Vergangene Woche erschien das neuste Globi-Buch: «Globi und die neuen Arten». Für das Kindersachbuch hat der Autor Atlant Bieri – genau wie Globi – viele Reisen unternommen und mit unzähligen Forscher und Forscherinnen gesprochen. So kam es, dass auch Umweltwissenschaftler der Universität Basel an der Entstehung beteiligt waren. 

Anouk N’Guyen, Umweltwissenschaftlerin der Universität Basel, erzählt: «Eine Absolventin unseres Studiengangs in Nachhaltiger Entwicklung hat mit Atlant Bieri zusammen an dem Buch ‹Globi und die Energie› gearbeitet.» Als der Autor für sein kürzlich veröffentlichtes Buch  Sachwissen benötigte, gelangte er über den gemeinsamen Kontakt an das Forschungsteam der Uni Basel. «Unser Team hat nur einen kleinen Beitrag geleistet. Im Wesentlichen lieferten wir wissenschaftliche Inputs», erklärt N'Guyen weiter. 

Globi und die invasiven Arten

Das neuste Kindersachbuch beginnt damit, dass Globi in seinem Garten Glossa – eine amerikanische Zapfenwanze – entdeckt. Sie ist vor 20 Jahren in die Schweiz eingewandert. Glossa macht Globi darauf aufmerksam, dass viele exotische Arten sich in den letzten Jahrzenten hier angesiedelt haben. Wo kommen diese Arten her und welchen Einfluss haben sie auf unser Ökosystem? Globi macht sich gemeinsam mit Glossa auf den Weg zur Wissenschaftlerin Aurora Bergamo, die ihm mehr zum Thema erzählen soll. Das ist der Anfang seiner Welt- und Zeitreise.

Thematisiert werden also die globalen Reiserouten von Tieren und Pflanzen und ihren Einfluss auf unser Ökosystem. So sollen Kinder für die Problematik der invasiven Arten sensibilisiert werden. Denn sind die Arten einmal eingewandert, wird es deutlich schwieriger, etwas gegen ihre Ausbreitung zu unternehmen.

Schnorchelgang mit Globi

Unter anderem kommt im neuen Globi-Buch die Schwarzmundgrundel vor. «Auf dem Titelbild sieht man den kleinen Fisch. Man erkennt ihn an dem schwarzen Punkt auf der Rückenflosse» berichtet N'Guyen. Seit Jahren beschäftigen sich die Basler Umweltwissenschaftler um Prof. Patricia Holm mit dem aus dem Schwarzen und Kaspischen Meer eingewanderten Fisch. Dieser breitet sich immer weiter rheinaufwärts aus. Inzwischen ist die invasive Grundel bis zum Kraftwerk in Rheinfelden vorgedrungen. 

Schnorchelgang mit Globi

Schnorchelgang mit Globi

Am 15. Juni 2017 ging der Globi-Autor Atlant Bieri zusammen mit der Umweltwissenschaftlerin Anouk N'Guyen oberhalb der Schweizerhalle Schifflände schnorcheln, um die Schwarzmundgrundeln zu beobachten

Anouk N’Guyen ist Teil des Basler Forschungsteams und berichtet von der Zusammenarbeit mit dem Globi-Autor. Sie durfte im Juni vergangenen Jahres einen Feldbesuch mit Atlant Bieri unternehmen. «In der Nähe der Schweizerhalle Schifflände gibt es eine Wiese mit einem kleinen Strand. Dort gingen wir zusammen schnorcheln, um die Grundeln zu beobachten», berichtet N'Guyen. Es sei wirklich eindrücklich gewesen, wie viele der Schwarzmundgrundeln sich dort aufhielten.

Die Umweltwissenschaftler der Universität Basel arbeiten mit den Ämtern, Bootsbesitzern und Fischern zusammen, um der rasanten Verbreitung der Grundel und dem Rückgang der heimischen Arten entgegen zu wirken. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, erforscht Holm und ihr Team, wie Grundeln gegen die Strömung schwimmen und wie man sie aufhalten könnte. Auch wird daran geforscht, ob die klebrigen Eier der Grundeln mit Booten verschleppt werden und die Reinigung von Booten eine hilfreiche Massnahme sein könnte.

Ausserdem hat die Arbeitsgruppe Handlungsempfehlungen erstellt, um die Ausbreitung frühzeitig zu erkennen und einzudämmen. Das aus diesen Forschungsarbeiten gewonnenes Wissen konnten die Basler Umweltwissenschaftler nun in das neuste Globi-Buch einfliessen lassen.