Es gibt Menschen, die sagen: «Okeee». Okeee zu allem und jenem. Auch wenn sie zuvor eins auf die Nase bekommen haben. Zum Beispiel: «Sie himmeltrauriger Depp!» – «Okeeeee!?» Für einmal sagen wir heute, ausnahmsweise, auch «okee». Zum Beispiel: Oke, oke – wir wissen ja, dass Geschmäcker verschieden sind. Und Giant Christmas? Okeee...

«Okee» hat wahrscheinlich auch die Basler Stadtbildkommission gesagt (aber sicher nicht gemeint), als der Entwurf für die Weihnachtsdekoration der Manor-Fassade in der Greifengasse vorlag. Wie wir erfahren haben, war dieser Vorschlag der Stadtbildkommission zu bunt. Die Farbigkeit wirke «etwas billig», heisst es in einem Protokoll. Wie diese billige Farbigkeit ausgesehen hätte, kann man auf dem Bild aus Genf sehen. Das Rot der Schleife musste ausserdem durch Gold ersetzt werden.

Sackdonner! Die Stadtbildkommission, Behörde einer rot-grünen Regierung, ersetzt rot-grün durch goldfarben! So weit haben wir es gebracht! Und wer sagt, dass der Rotlichtbezirk gleich nebenan billig ist? Von wegen!

Im Ernst: Die Stadtbildkommission eckte in der Vergangenheit immer wieder an. 2009 gab es einen Streit wegen des Designs eines Rettungsrings, vor drei Jahren wurde der Reederei MSC eine grosse Flagge am Haus verboten (der Entscheid wurde auf regierungsrätliche Intervention allerdings rückgängig gemacht). Und und und.

Die Stadtbildkommission kann sich auf den Paragraf 58 des Bau- und Planungsgesetzes stützen: «Bauten, Anlagen, Reklamen, Aufschriften und Bemalungen sind mit Bezug auf die Umgebung so zu gestalten, dass eine gute Gesamtwirkung entsteht», heisst es da. Ausserdem habe «die Gestaltung des öffentlichen Grundes und seiner Ausstattung … erhöhten Ansprüchen zu genügen.» Der ehemalige Geschäftsführer der Stadtbildkommission Hanspeter Müller sagte einmal in einem «Tageswoche»-Interview: «Wenn wir 1000 Gesuche im Jahr beurteilen und zwei bis drei Lärm machen, dann machen wir unsere Arbeit sehr gut.» Okeee. In diesem Sinne: Giant Christmas!