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Goldesel: Beide Basel profitieren jedes Jahr von ihren Kantonalbanken

Eine Studie zeigt, dass die Kantonalbanken beider Basel je nach Bereich einen Marktanteil von 20 bis 50 Prozent haben. Ihre Bedeutung für die Kantone ist gross, denn damit liefern sie Jahr für Jahr einen steigenden Beitrag an die Staatskassen ab.

Stefan Schuppli
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Regional und zentral: Der renovierte BKB-Sitz an der Ecke Aeschenvorstadt/Brunngässlein.

Regional und zentral: Der renovierte BKB-Sitz an der Ecke Aeschenvorstadt/Brunngässlein.

Kenneth Nars

Kein Zweifel: Die Basler Kantonalbank (BKB) und die Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB) sind für die lokale und die regionale Wirtschaft von grosser Bedeutung. Eine Untersuchung der Basler Bankenvereinigung aus dem Jahr 2009 zeigt klar, dass sie in verschiedenen Bereichen grosse Marktanteile halten. In der Sparte Hypotheken sind sie marktführend: bei privaten Hausbesitzern decken sie 48 Prozent ab, bei Firmenkrediten 46 Prozent. Etwas bescheidener sind sie bei den Privatkundengeldern. Dort schaffen sie es noch auf 22 Prozent. Die beiden Grossbanken UBS und CS hingegen halten 37 Prozent, die lokalen Privatbanken sogar 38 Prozent.

Im Kreditgeschäft betrage der Marktanteil der BKB im Kanton Basel-Stadt rund 26 Prozent. Das zeigten Umfragen von Marktforschungsinstituten, schreibt die Regierung im Ratschlag zum Kantonalbankengesetz. Darüber hinaus sei sie ein wichtiger Nischenplayer. Sie biete Leistungen an, die von anderen Banken mit Ausnahme der Grossbanken (und dabei in erster Linie der UBS) von keiner anderen privaten Bank im Kanton Basel-Stadt im gleichen Ausmass angeboten würden.

Grossbanken und Postfinance

Neben der BKB spielen vor allem die Grossbanken, insbesondere die UBS, eine wichtige Rolle auf dem basel-städtischen Markt. Die beiden Grossbanken UBS und CS zusammen haben einen Marktanteil von gut einem Drittel. Ähnliche Zahlen in der Nationalbank-Statistik: Bei den «Verpflichtungen in Spar- und Anlageform» hielten sie Ende 2012 einen Marktanteil von 49 Prozent, bei den inländischen Hypothekarforderungen einen von 31 Prozent.

Des Weiteren spielt für den Zahlungsverkehr und das Internetbanking die Postfinance eine nicht unwesentliche Rolle und hat als Hauptbankverbindung einen Marktanteil von rund 20 Prozent. Alle anderen Banken spielten für sich alleine betrachtet eine unwesentliche Rolle auf dem Basler Markt und haben jeweils Marktanteile von deutlich weniger als 10 Prozent.

Risiken und Nebenwirkungen

Ob man angesichts des Marktanteils von einem Drittel und mehr von einer regionalen «Systemrelevanz» der Kantonalbanken, sprechen soll, ist wegen der bestehenden Staatsgarantie wenig sinnvoll. Hingegen kann man sich Gedanken über die Risiken machen, die der Kanton als Eigner trägt. Die Konzentration auf das eigene Kantonsgebiet hat zur Folge, dass die Gewinnausschüttung an den Kanton im Wesentlichen von der wirtschaftlichen Entwicklung innerhalb der Kantonsgrenzen abhängt.

Es entstehe deshalb ein doppeltes Risiko: «Bei schlechter Wirtschaftslage brechen sowohl die Steuererträge als auch die Erträge aus der Kantonalbankbeteiligung ein», heisst es im Ratschlag. Gleichzeitig nimmt das Risiko zu, dass die gewährte Staatsgarantie in Anspruch genommen werden muss. Wie hoch das Risiko ist, hängt davon ab, wie der sachliche oder geografische Geschäftskreis abgegrenzt ist. Mit der schweizweit tätigen Bank Coop wird das «regionale Risiko» der BKB etwas gemildert.

Regelmässiges Abliefern

Ein Blick in die Steuer-Ertragsstatistik zeigt, dass das regionale «Klumpenrisiko» in der Vergangenheit sogar eher vorteilhaft war. So sind die Gewinnablieferungen von BKB und BLKB stetig angestiegen. Von 2001 bis 2010 nahmen sie gemäss Basler Bankenvereinigung um rund 30 auf 100 Millionen zu. Die Steuerablieferungen der Grossbanken und anderen Kassen schwankte jedoch sehr stark. In den vergangenen drei Jahren lieferten die Nicht-Kantonalbanken rund 50 Millionen ab, im Spitzenjahr 2005 über 200 Millionen. Solche Schwankungen erschweren die Budgetplanung.