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Gratis in die Basler Museen? Das wäre möglich – und diese zwei Staatshäuser wollen den Anfang machen

Das Antikenmuseum (hier die Ausstellung «The Decline of Heroes») kann seit Juni an Wochenenden gratis besucht werden.

Das Antikenmuseum (hier die Ausstellung «The Decline of Heroes») kann seit Juni an Wochenenden gratis besucht werden.

Neu erlaubt das Basler Museumsgesetz kostenlosen Zugang zu Dauerausstellungen. Zwei der vier staatlichen Häuser wollen die Gelegenheit nutzen.

Für die Basler Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann sind es gewiss gute Neuigkeiten. Als die Grüne 2016 erstmals fürs Amt kandidierte, sagte sie: «Ich könnte mir vorstellen, die Dauerausstellungen in den staatlichen Museen gratis zugänglich zu machen. In England läuft das auch so.» Nun hat sie in der Rolle als Vorsteherin des Präsidialdepartements dafür gesorgt, dass das auch in Basel demnächst so laufen könnte. Das neue Museumsgesetz, dessen Ratschlag sie vergangene Woche verabschiedete, sieht vor, dass der Zugang zu Dauerausstellungen gratis gewährt werden kann, sofern sich das Museum Gratiseintritte leisten kann – etwas, das den Museen bisher untersagt war.

Historisches Museum: «Finden eine Lösung»

Nun zeigt sich, dass die hiesigen Museen sich ernsthaft damit auseinandersetzen, diese Gelegenheit zu nutzen. Der Direktor des Historischen Museums, Marc Fehlmann, sagt etwa auf Anfrage: «Gratiseintritte sind eine gute Idee. Sie ermöglichen die kulturelle Teilhabe von vielen Menschen. Man sieht an den Gratis-Sonntagen, dass viel mehr Besucher kommen.» Für manche vierköpfigen Familien seien eben die rund sechzig Franken, die sie für einen Museumsbesuch ausgeben würden, ein ziemlicher Batzen. Und für das Historische Museum seien Gratiseintritte bei den Dauerausstellungen verkraftbar, weil die Einnahmen durch diese Ausstellungen «keinen relevanten Betrag» im gesamten Etat ausmachten, wie Fehlmann sagt. Und: «Für die Einnahmenreduktion aus den Gratiseintritten finden wir eine Lösung.»

Das Antikenmuseum hat sich derweil schon fast schleichend und unbemerkt zum Gratismuseum entwickelt: Donnerstag- und Freitagabend von 17 bis 22 Uhr ist der Eintritt frei, seit dem 1. Juni haben die Türen gar an den Sams- und Sonntagen von 11 bis 17 Uhr geöffnet, ohne dass bezahlt werden muss. Der geschäftsführende Direktor Michel Pompanin dementiert aber Informationen aus Museumskreisen, wonach eine generelle Einführung der Gratiseintritte im Antikenmuseum zur Debatte stehe. Zumindest «zurzeit» habe sein Museum dies nicht vor, sagt Pompanin. Immerhin: Die Erfahrungen der ersten Wochen zeigen, dass die «Erweiterung der Gratiseintritte» keine negativen Folgen für die Finanzen des Museums am St.-Alban-Graben habe.

Naturhistorisches Museum lebt von den Eintritten

Eine grössere Bedeutung haben die Dauerausstellungen für andere staatliche Häuser wie beispielsweise das Kunstmuseum. Museumssprecherin Karen Gerig sagt: «Ein Drittel aller Besuchenden kommt nur in die Sammlung. Wir sind auf die zusätzlichen Einnahmen angewiesen.» Derzeit ist die Sammlung Dienstag bis Freitag von 17 bis 18 Uhr, am Mittwoch von 17 bis 20 Uhr sowie jeweils am ersten Sonntag des Monats frei zugänglich. Gerig fügt aber an, «im Rahmen des Budgets» fürs kommende Jahr werde geprüft, ob man sich einen generellen Gratiseintritt für die Sammlung im Kunstmuseum leisten könne.

Skeptisch klingt diesbezüglich David Alder, Co-Direktor des Naturhistorischen Museums, welches seine Ausstellungsräume ins St. Johann ziehen wird. Alder stellt auf Anfrage klar: «Wir sind auf die Erträge angewiesen, welche wir bei der Dauerausstellung generieren.» Möglich sei aber beispielsweise, dass ein Sponsor Geld spreche, damit man die Sammlung temporär, also beispielsweise ein Jahr lang, frei zugänglich machen könnte.

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