Ein Selfie vor dem Rathaus, ein paar Klicks und schon «liken» in der fernen Heimat die Freunde das Foto. Innert Sekunden taucht das Rathaus nach der Aufnahme auf Bildschirmen in Japan, Australien oder in den USA auf – wenn denn eine Internetverbindung steht.

Zurzeit setzen sich die Touristen noch in Cafés mit Wireless-Anschluss, gehen zurück ins Hotel oder fahren eine Strecke mit der BVB, um sich kostenlos ins Internet einzuloggen. Das soll sich bald ändern. Basel Tourismus prüft gegenwärtig, die Installation von sogenannten Hotspots – öffentlichen Punkten, um sich ins Internet einzuwählen. Geht es nach Basel Tourismus, sollen diese auf rund 25 Standorte wie Markt-, Messe- oder Barfüsserplatz verteilt werden. «Diese Zugänge würden sich wie eine Perlenkette zwischen dem Bahnhof SBB und dem Badischen Bahnhof aneinanderreihen», sagt Daniel Egloff, Direktor von Basel Tourismus.

Ein flächendeckendes Netz, wie es der Grosse Rat im April 2014 ablehnte, sei nicht vorgesehen. Damals begründete die Regierung die Absage mit den hohen Installationskosten von 7,6 Millionen Franken. Das Projekt von Basel Tourismus sei damit nicht vergleichbar. «Wir sprechen von ganz anderen Beträgen», sagt Egloff. Da der Verein aktuell die Offerten prüft, will er keine konkreten Zahlen nennen. Es müsse aber mit Investitionskosten von 200'000 Franken aufwärts gerechnet werden.

Finanziert würde das Projekt über die Gasttaxe. Diese bezahlen die Gäste mit der Hotelrechnung und sind vergleichbar mit den Kurtaxen in den Bergregionen. Von dem kostenlosen Internet auf den stark frequentierten Plätzen profitieren denn auch nur die Hotelgäste.

«Würden wir den Zugang für die Bevölkerung öffnen, dann bräuchte es von der Bandbreite und der Infrastruktur her weitaus grössere Investitionen», so der Tourismusdirektor. Denn die Qualität der Hotspots soll mindestens mit dem 4G-Netz mithalten. Denn dauert es zu lange, das Bild des Rathauses in die sozialen Netzwerke zu laden, verharrt es im Fotoalbum des Smartphones.

Stadtmarketing ankurbeln

Mit dem kostenlosen Internet in der Stadt will Basel Tourismus die sozialen Medien verstärkt als Marketingkanäle nutzen. Jedes hochgeladene oder geteilte Bild ist Werbung für die Stadt. Neben diesem Nutzen entspreche WLAN in der Stadt jedoch einem echten Bedürfnis der Touristen, sagt Egloff: «Gerade an einem neuen Ort erleichtern gewisse Apps und Applikationen von Karten den Aufenthalt.»

Das Projekt von Basel Tourismus begrüsst SVP-Nationalrat Sebastian Frehner. Er hat im Grossen Rat den Vorstoss für das flächendeckende WLAN-Netz eingereicht. «Mit dem kostenlosen Wireless für die Gäste erweitert Basel Tourismus die Willkommenskultur. Das kommt bestimmt gut an», sagt Frehner. Er bedauert, dass mit der Ablehnung seiner Idee die Bevölkerung keinen Zugang erhält. «Mir ist aber bewusst, dass Basel Tourismus sich für sein Zielpublikum einsetzen muss», sagt der SVP-Politiker.

Bis Touristen ihre Selfies aus Basel innert weniger Minuten verschicken, dauert es noch über ein Jahr. Vorher müssen verschiedene technische und bauliche Fragen gelöst werden. «Ich bin aber optimistisch, dass wir die Hotspots vor Ende 2016 installiert haben», sagt Tourismusdirektor Egloff.