Es war ein langer Weg. «Drei Jahre sind zwischen der Ausschreibung und der Umsetzung vergangen. Ziel war ein neues, moderneres kulinarisches Angebot, dass der Verkehrsentwicklung und den Kundenwünschen angepasst ist», erklärte Jürg Rämi, Direktor des Euro-Airport (EAP), am Montag auf einer Medienkonferenz auf dem Flughafen.

Nachdem sich beim Essenangebot 30 Jahre so gut wie nichts geändert hat, verfügt der EAP jetzt über 13 komplett erneuerte Verkaufsstellen. Mit der offiziellen Einweihung des «3 Länder Restaurants», das von drei Sterneköchen aus Baden, Elsass und der Nordwestschweiz begleitet wird, und des Food Court mit den Marken Courtepaille und Francesca, alle im fünften Stock des Flughafens, wurde der Erneuerungsprozess nun abgeschlossen.

In 35 Minuten fertig gegessen

Courtepaille bietet vor allem Grilliertes an, Francesca Pasta mit zehn verschiedenen Saucen. «Bei uns erhält man ein komplettes Menu für unter zehn Euro und hat in 35 Minuten gegessen, ohne dass wir ein Fastfood sind», sagte Antoine Arbogast, Co-Direktor von Francesca. Courtepaille wie Francesca haben einen Schweizer und einen französischen Teil, die durch Glasscheiben voneinander getrennt sind. Der Schweizer Teil ist wegen des dortigen höheren Verkehrsaufkommen mit 124 Sitzplätzen grösser als der französische mit 70. Auf beiden Seiten werden noch die Terrassen erweitert, wodurch auf 200 bis 400 Quadratmeter insgesamt weitere 200 Sitzplätze entstehen.

Mit Canonica, Relay und Elior hatten drei Firmen die Ausschreibung gewonnen. Den Löwenanteil sicherte sich dabei Elior, das mit zehn Verkaufsstellen auch für den fünften Stock zuständig ist, dessen etwa 850 Quadratmeter von dem international tätigen Architektenbüro Chapman Taylor gestaltet wurde.

Das Gastronomieunternehmen Elior ist in Flughäfen, Bahnhöfen und auf Autobahnraststätten in 13 Ländern präsent und hat über 10'000 Mitarbeiter. Auf dem EAP hat Elior vier Millionen Euro investiert. Der Flughafen selbst beteiligte sich mit 800'000 Euro.

Die Sterneköche, die alle in ihren Restaurants über einen Michelinstern und Gault-Millau-Punkte verfügen, sind Jörg Slaschek vom «Attisholz» bei Solothurn, Daniel Fehrenbacher und sein Vater Otto vom Hotel Restaurant «Adler» bei Lahr, 110 Kilometer nördlich von Basel, und Hubert Maetz, der in Rosheim bei Strassburg, 120 Kilometer nördlich von Basel, seine «Hostellerie du Rosenmeer» betreibt.

Die Köche kennen sich aus dem Verein «Jeunes Restaurateurs d’Europe». «Wir fühlen uns unseren Nachbarn näher als den Kollegen in Paris», betonte der Elsässer Maetz. Vier Mal im Jahr schlägt jeder der Sterneköche ein Menü vor. «Soweit wie möglich benutzen wir lokale Projekte», erklärt Maetz. Die Gäste können ihre Menüs frei kombinieren: also eine Vorspeise aus dem Elsass, ein Hauptgericht aus der Schweiz und ein Dessert aus Baden nehmen.

Das Restaurant ist in einen vorderen Bistroteil und einen hinteren etwas feineren Teil aufgeteilt. Dort, und nur dort, gibt es auch das grosse Menü 3-Länder für 42 Euro, für das man etwas mehr Zeit und Hunger einplanen muss.

Wie seine Kollegen steht Maetz nicht selber im «3 Länder Restaurant» am Herd. Die dortige Kochequipe wird von den Sternekollegen angeleitet und betreut, bietet teils aber auch eigene Gerichte an. Jörg Slaschek findet es wichtig, die Kollegen nicht zu überfordern, freut sich aber, auf dem EAP mit dem Restaurant ein starkes Label zu schaffen. «Mittelmass» könne und solle dabei nicht das Ziel sein.

Sternerestaurant nicht Ziel

Dabei will man aus dem «3 Länder Restaurant» kein Sternerestaurant machen. Aber: «Es wäre natürlich schön, wenn das geschieht», kommentiert Delphine Mainguy, Direktorin von Elior. Bisher läuft die Zusammenarbeit mit den Köchen vor Ort sehr gut. «Sie sind sehr daran interessiert, dazu zu lernen», erzählt der Badener Daniel Fehrenbacher.

Das Restaurant hat bereits seit Ende April geöffnet. Erst vor wenigen Tagen hat die bz einen Test gemacht. Das Ergebnis war sehr erfreulich (bz vom 3.6.). Für ihre Begleittätigkeit erhalten die Sterneköche eine Aufwandsentschädigung. Interessant ist für sie neben der Werbung die Zusammenarbeit und die Originalität des Projekts. «Wenn nicht hier, wo soll man es sonst machen?», fragt Fehrenbacher mit Hinweis auf den trinationalen Flughafen.

Zugänglich ist das Restaurant» nur von der französischen Seite. Dafür muss muss man im dritten Stock in den französischen Teil wechseln. Kontrolliert wird in der Regel nicht – es empfiehlt sich jedoch, einen Ausweis dabei zu haben.