Für den Erhalt und die Erneuerung der Infrastruktur werden im Kanton Basel-Stadt auch im kommenden Jahr zig Millionen investiert. Eine der grössten Baustellen wird 2019 der Centralbahnplatz sein, auf dem sämtliche Tramgleise erneuert werden müssen. Darüber berichtete die bz bereits im Juli.

Dauern werden die Arbeiten auf dem täglich von rund 100'000 Fahrgästen genutzten Centralbahnplatz von Ende März bis im Herbst 2019, wie es am Freitag an einer Medienkonferenz der Behörden hiess. Investiert werden sollen 14 Millionen Franken.

Die Umgestaltung des von fünf Tram- und vier Buslinien bedienten Centralbahnplatzes liegt 19 Jahre zurück. Nun müssen die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) die stark beanspruchten Tramgleise ersetzen. Gleichzeitig sollen die Tramperrons erhöht werden, damit alle Fahrgäste stufenlos ein- und aussteigen können.

Arbeiten teils rund um die Uhr

Ausgeführt werden sollen die Arbeiten nach BVB-Angaben im Zweischicht-Betrieb von sieben Uhr früh bis 22 Uhr. Zeitweise ist auch Nachtarbeit vorgesehen.

Vom 28. März bis zum 12. Mai kommt es auf der Westhälfte des Platzes zu einer Vollsperrung, der ab 20. Mai bis voraussichtlich Ende Juli Teilsperrungen folgen. Ersetzt werden 1100 Meter Gleis, darunter 17 Weichen und neun Kreuzungen.

Die Zeit der Vollsperrung wird genutzt für Arbeiten auf zwei weiteren Baustellen, auf denen der Trambetrieb ebenfalls vorübergehend eingestellt werden muss. Der Fall ist dies auf dem Dorenbachviadukt, wo eine Gleissanierung vorgesehen ist.

Ebenfalls erneuert werden die Tramgleise im St. Alban-Graben, wo im Hinblick auf den Bau des Kunstmuseum-Parkings zudem verschiedene Werkleitungen verschoben werden müssen. Saniert werden im Zuge dieser Arbeiten auch die Trottoirs und die Strasse.

Beim Knoten Dufourstrasse ist zudem ein Kreisel geplant, der den Verkehr verflüssigen soll. Die Arbeiten am 13-Millionen-Projekt dauern bis 2021.

Ein Kreisel auch beim Viertelkreis

Ein weiteres Grossprojekt wird im kommenden Jahr im Bereich Reinacherstrasse/Gundeldingerstrasse in Angriff genommen. Bis 2022 sollen dort für 33 Millionen Franken Tramgeleise, Werkleitungen und die Strasse saniert werden. Auch dort ist ein Kreisel geplant.

Zudem sollen beim sogenannten Viertelkreis wie überall, wo bei Tramhaltestellen gebaut wird, diese behindertengerecht ausgestaltet werden. Über die Umleitungen von Tram und und Bus, zu denen es bei den verschiedenen Bauprojekten kommt, wollen die BVB später informieren.

Ein kleineres Vorhaben ist die Sanierung der Plästerung auf dem Marktplatz, mit der im Januar begonnen werden soll. Bis im August muss deshalb der Markt verkleinert werden. Im Rahmen dieser Arbeiten, die 900'000 Franken kosten sollen, werden auch die neuen Stromanschlüsse für Veranstaltungen installiert.

Nach Beurteilung des Tiefbauamts dürfte 2019 in Sachen Baustellen trotz Grossprojekten wie dem Centralbahnplatz zu einem "normalen Jahr" werden. Man werde sich bemühen, bei den Arbeiten die negativen Auswirkungen für Anwohner und Pendler so gering wie möglich zu halten.

Im Gegensatz zu andern Gemeinwesen könne es sich der Kanton Basel-Stadt leisten, seine Infrastruktur im Wert von rund acht Milliarden Franken in einem ordentlichen Zustand zu halten, sagte Kantonsingenieur Roger Reinauer. Eine grosse Herausforderung bestehe darin, dass die Arbeiten ohne Unterbruch etwa der Wasser-, Strom-, Gas- oder Fernwärmeversorgung ausgeführt werden müssen.