Claraturm
Grosse Rat vertagt die Diskussion um den Claraturm

Im Kleinbasel kann man in Zukunft wohl hoch über dem Messeplatz wohnen. Der Grosse Rat hat die Diskussion um den Bebauungsplan aber nicht ganz zu Ende gebracht.

Nicolas Drechsler
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So soll er dereinst aussehen: der 96 Meter hohe Claraturm.

So soll er dereinst aussehen: der 96 Meter hohe Claraturm.

Zur Verfügung gestellt

170 Wohnungen und vier Stockwerke Büros. Dazu öffentliche Nutzungen im Erdgeschoss und im obersten Geschoss. So soll der Claraturm in Zukunft über dem Messeplatz thronen. Mit 96 Metern ist er nur 12 Meter niedriger als der Messeturm, der die gegenüberliegende Ecke des Platzes einnimmt. Der Grosse Rat diskutierte das Projekt an seiner gestrigen Sitzung aber nur beinahe zu Ende. Eine Ablehnung wäre allerdings angesichts der Fraktionsmeinungen eine riesige Überraschung. Neben dem Turm sieht das Projekt eine Bebauung des Blockrandes vor, dort sollen Häuser mit bis zu fünf Stockwerken entstehen.

Die Bürgerlichen traten geschlossen für das Projekt der Warteck-Invest ein, auch wenn einige den Abriss der alten Häuser am Riehenring bedauerten. «Aber hier hat das Bundesgericht gesprochen,» brachte es Heiner Vischer (LDP) auf den Punkt.

Grüne sind gespalten

Gegen den Bebauungsplan war der grösste Teil des Grünen Bündnisses. So bestritten seine Vertreterinnen auch den Grossteil der Debatte im Parlament. Anita Lachenmeier kritisierte, der Schattenwurf des Turms betreffe «zahlreiche Wohnungen und Hinterhöfe an der Drahtzugstrasse.» Und ihre Fraktionskollegin Brigitta Gerber befürchtete, der Turm sei nur während der grossen Messen bewohnt.

Die Co-Präsidentin der Grünen, Mirjam Ballmer, die rund 100 Meter vom geplanten Hochhaus entfernt wohnt, ist für den Bebauungsplan. «Wir können nicht für Verdichtung und dann gegen jedes konkrete Verdichtungsprojekt sein», kritisierte sie ihre Parteikolleginnen. Das Projekt sei sinnvoll, insbesondere auch, weil kein einziger neuer Parkplatz entstehen würde. Da die grossen Fraktionen alle für den Turm sind, dürfte in der nächsten Sitzung am 12. Juni das Projekt bewilligt werden.

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