Fasnacht
Grosse Solidarität für die Fasnacht: «Blaggedde» teils schon ausverkauft

Die Menschen zeigen sich solidarisch gegenüber der abgesagten Basler Fasnacht und kaufen fleissig Plaketten.

Elodie Kolb
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Ein Plakettenverkäufer vor dem Bahnhof SBB. Besonders zu Beginn war der Ansturm gross. Die Plakette stellt eine WC-Papierrolle dar.

Ein Plakettenverkäufer vor dem Bahnhof SBB. Besonders zu Beginn war der Ansturm gross. Die Plakette stellt eine WC-Papierrolle dar.

Kenneth Nars (8. Januar 2021) Bild: bz-Archiv/Junkov

Seit dem 2. Januar kann beim Fasnachts-Comité die neue Plakette mit dem Motto «ainewäg» bezogen werden. Knapp eine Woche später müssen bereits erste Modelle nachbestellt werden. «Wir sind positiv überrascht davon, wie viele Leute die Plakette möchten», sagt der Comité-Verantwortliche, Adrian Kunz. «Die Leute sind am Samstag Schlange gestanden.»

Weil die Fasnacht auch dieses Jahr coronabedingt ausfällt, habe das Comité «deutlich weniger» Plaketten in Auftrag gegeben. Konkrete Zahlen möchte das Comité aber nicht nennen.

Nachbestellung dieses Jahr ungewöhnlich früh

Die Anhänger und die Anstecknadeln seien am Freitag bereits ausverkauft gewesen. «Damit haben wir wirklich nicht gerechnet», sagt Kunz. Eine Nachbestellung sei bereits aufgegeben worden. «Zum Glück zeigen die Leute aber viel Verständnis dafür, dass sie warten müssen.» Laut Kunz hat das Comité auch in früheren Jahren regelmässig nachbestellt. Dieses Jahr sei es aber schon ungewöhnlich früh notwendig geworden. «Das liegt wahrscheinlich an dem Blindflug, den wir machen mussten. Wir hatten ja keinen Vergleichswert zur aktuellen Situation mit dem Coronavirus und konnten nicht wissen, wie viel Plaketten verkauft werden», sagt Kunz.

Er wundere sich vor allem darüber, dass die teuren Plaketten viel über die Ladentheke gehen: «Die Leute kaufen vor allem goldene Plaketten, Bijous und Anhänger.»

Cliquen setzen auf Vorbestellungen

Die Cliquen können beim Comité Plaketten beziehen und sie dann weiterverkaufen. Laut Kunz haben die Cliquen dieses Jahr zurückhaltender bestellt als in den Vorjahren.

Auf Anfrage sagt Roland Marty, Obmann der Grottegyggser, dass sie beim Verkauf der Plaketten dieses Jahr ausschliesslich auf Vorbestellung setzen, da es schwierig einzuschätzen gewesen sei, wie gross das Interesse sein werde: «Am Anfang gab es nur sehr wenige Vorbestellungen. Aber seit die Plakette Ende Dezember präsentiert wurde, gehen eigentlich täglich Bestellungen bei uns ein.» Laut Marty würden nicht ganz so viele Exemplare verkauft wie in den vergangenen Jahren, aber die Differenz sei nicht sehr gross.

Verkäuferin am Bahnhof: «Erhalte viel Trinkgeld»

Auch Patrick Weber, Obmann der Rhygwäggi, sieht, dass weniger Plaketten gekauft werden. «Aber es läuft doch relativ gut», findet er. Es seien vor allem Personen, die eng mit der Fasnacht verbunden sind, die jetzt Plaketten kaufen. Die Menschen, die einfach an die Fasnacht gehen, kauften dieses Jahr wohl eher keine. «Bei uns kann man Plaketten nur über Bestellung kaufen, weil wir Restbestände nicht zurückgeben können und nicht auf ihnen sitzen bleiben möchten», sagt Weber.

«Die Menschen geben dieses Jahr sehr grosszügig Trinkgeld», erzählt eine Frau von den Dänggwäärzli, die am Bahnhof SBB Plaketten verkauft. Das sei in anderen Jahren nicht so gewesen. «Wir merken, dass die Plaketten auch aus Solidarität gekauft werden, um uns zu unterstützen», sagt sie.

Es ist nicht die einzige Plakette

Die Käufer würden oft auch fragen, ob sie von einer Clique seien, weil sie sich für die Fasnächtler einsetzen möchten. Besonders zu Beginn sei der Ansturm gross gewesen: «Das waren vor allem Sammler, die Angst hatten, keine Plakette zu ergattern, weil dieses Jahr weniger hergestellt wurden.»

Die Basler Plakette wird 2021 aber nicht die einzige bleiben. Am Freitag präsentierte die Wildviertel-Clique Allschwil ihre Plakette. Darauf zu sehen sind zwei Waggis, die das Allschwiler Wappen desinfizieren. Und auch Aesch enthüllte am Freitag seine Plakette 2021.