2015 war kein gutes Jahr für das Grüne Bündnis. Der Zusammenschluss von Grünen und Basta verlor bei den Wahlen jeden sechsten Wähler. Trotzdem strahlte ihre Kandidatin Sibel Arslan am Ende des Tages als frisch gewählte Nationalrätin.

Vier Jahre zuvor waren die Zeichen genau umgekehrt. Die Grünen verloren den Sitz, obwohl ihre Liste bei den Wahlen zugelegt hatte.

Ausschlaggebend für die Frage, ob das Grüne Bündnis in Bundesbern politisieren darf, war in beiden Fällen die SP. Diese geht traditionellerweise mit dem Grünen Bündnis eine Listenverbindung ein. Das bedeutet, dass ihre Stimmen bei der Verteilung der fünf Basler Nationalratssitze zusammengezählt werden.

Als die SP 2011 abstürzte, kostete dies ihre politischen Partner den Sitz, als die Sozialdemokraten vier Jahre später wieder zulegten, profitierten sie auch nicht selber.

Eine geschickte Kombination der Wählerstimmen kann über Sein oder Nicht-Sein in Bundesbern entscheiden. Dies zeigt exemplarisch die Listenverbindung, welche die bürgerlichen Parteien eingegangen sind. Mit der gleichen Koalition hätten sie vor vier Jahren den Sitz in den eigenen Reihen halten können.

Linke unter Druck

Für ein Vollmandat benötigt man im Kanton Basel-Stadt einen Sechstel der Gesamtstimmen. Falls so nicht alle Sitze vergeben werden können, werden die Restmandate dem Lager zugesprochen, welches am knappsten am Sitz vorbeigeschrammt ist.

Die neue Bürgerliche Zusammenarbeit kommt mit den Zahlen von 2015 als Ausgangswert auf 36 Prozent Wähleranteil. Sprich: Sie haben sogar noch ein angenehmes Polster. Unter Zugzwang stehen nun die Linken. SP und Grünes Bündnis müssten nochmals deutlich zulegen, um den Sitz halten zu können.

Als weiterer Gewinner des Koalitionspokers könnten sich die Grünliberalen entpuppen. Sie überholen dank ihrer Unterlistenverbindung mit BDP und EVP die CVP und kommen plötzlich der FDP gefährlich nahe.