Cartoonmuseum
Grosser Meister der kleinen Form: Jules Stauber im Cartoonmuseum

Das Cartoonmuseum zeigt in einer Retrospektive einen Teil des Nachlasses von Stauber, der dem Museum geschenkt wurde. Der 2008 verstorbene Cartoonist arbeitete unter anderem für den «Nebelspalter» und die «Weltwoche».

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Jules Stauber, Apfel auf Kopf.
10 Bilder
Jules Stauber, Wolke.
Jules Stauber, Sempé Psychologie.
Jules Stauber, Männerpyramide.
Jules Stauber, Schweizer Kreuz.
Jules Stauber, Konflikt Mann und Frau.
Jules Stauber, Kreis.
Jules Stauber, Flora kräftig.
Jules Stauber, Junge.
Retrospektive von Jules Stauber im Cartoonmuseum

Jules Stauber, Apfel auf Kopf.

zvg Cartoonmuseum

Gezeichnete philosophische Gedankenspiele oder Alltags-Widrigkeiten, stets umweht von einem Hauch Melancholie: Der Schweizer Cartoonist Jules Stauber war ein grosser Meister der kleinen Form. Ab Samstag widmet ihm das Cartonmuseum Basel eine Retrospektive.

Anlass der Ausstellung ist laut Museum die Schenkung eines Teils des Nachlasses von Stauber, der 2008 gestorben ist. Geboren 1920 in Montreux als Sohn eines Deutschen und einer Schweizerin, zog er 1939 als gelernter Dekorationsgestalter zum Arbeiten nach Berlin. Doch im selben Jahr zog ihn dort die Wehrmacht ein, und nach dem Krieg kam er in Gefangenschaft.

Freigelassen liess er sich in Nürnberg nieder und arbeitete erst als Schriftenmaler und Dekorateur, ehe er sich von der humoristischen Zeichnung begeistern liess. Bald arbeitete er als Cartoonist neben dem Lokalblatt auch für andere Zeitungen, Zeitschriften und Wochenblätter.

In der Schweiz machte er sich so einen Namen unter anderem beim "Nebelspalter" und der "Weltwoche". Staubers Arbeiten sind auch in über 200 Büchern publiziert worden; davon sind 50 eigene Publikationen. Er erhielt diverse Auszeichnungen, so im Jahr vor seinem Tod den Swiss Cartoon Award.

Feine Klassiker

In Basel werden auch Arbeiten anderer Zeichnerinnen und Zeichner seiner Zeit gezeigt, darunter Paul Flora, Bosc oder Sempé. Man sieht viele typisch-klassische Blätter mit klarem, kargem Tusche-Strich, wenig Effekten und feinem, hintersinnigem Humor.

Immer wieder inspiriert haben Stauber die Geschlechterrollen. Stauber setzte klassisch klischierte Herren und Damen amourösen Rollenspielen aus und skizzierte dabei elegant-charmant präzise Beobachtungen und erotische Phantasien.

Die Stauber-Retrospektive in Basel mit dem Titel «Zeichnen hilft» ist bis am 26. Mai offen. Zum Begleitprogramm gehört auch ein offener Workshop über das Gesichterzeichnen.