Der Grossrat Laurin Hoppler will mit einem Vorstoss die Öffnungszeiten für Restaurant-Aussenbereiche während des Sommers verlängern. Der Verein Rheinpromenade Kleinbasel zeigt keine Freude.
In Basel sollen künftig mediterrane Nächte herrschen. Dabei soll sich der Rhein in der Nacht nicht etwa in ein Meer und Basel nicht in eine mediterrane Stadt verwandeln. Es geht vielmehr um die Verlängerung der Öffnungszeiten von Terrassen und Boulevards in den Sommermonaten.
Anfang Januar reichte der Grossrat Laurin Hoppler vom Jungen Grünen Bündnis die Motion zu mediterranen Nächten ein. Dabei fordert er, dass die Öffnungszeiten von Aussenwirtschaften in den Monaten Juni bis September verlängert werden sollen. Konkret heisst das: Restaurant-Aussensitzplätze wie Terrassen oder Boulevards sollen unter der Woche bis um Mitternacht geöffnet haben. An Wochenenden, also Freitag- und Samstagabend gar bis um ein Uhr in der Nacht. Dasselbe gilt für Buvetten.
In den Sommerabenden der letzten Jahre war draussen bereits um 23 Uhr Schluss. Teilweise schlossen die Aussenbereiche schon um 22 Uhr oder früher. «Basel hat ein grosses Bedürfnis nach nächtlicher Bewirtung», so die Motion. Das findet auch Hoppler, der neben seinem Amt als Grossrat in der Gastronomie arbeitet. «Die Gäste verstehen meist nicht, wieso sie jeweils weggeschickt werden», sagt er.
Die Gegner fürchten sich aber vor dem neuen Vorstoss. Im Newsletter des Vereins Rheinpromenade Kleinbasel steht, dass künftig mehr Lärm und Littering in der Stadt zu befürchten sei. Peter Mötteli, Vorstandsmitglied des Vereins, sagt: «Diese Motion verschärft den Konflikt mit allen, die schlafen möchten – und müssen.» Denn damit werde die Nachtruhe um eine Stunde verkürzt.
Im Newsletter schreibt der Verein zudem von Bedenken für die Arbeitsbedingungen in der Gastronomie: «Das Gastronomie-Personal sollte vor nicht notwendiger Nachtarbeit verschont werden», schreibt der Verein weiter. Hoppler wehrt sich: «Meistens arbeitet man sowieso bis spät in der Nacht.» Nur eben drinnen und nicht draussen.
Deshalb sei er sich sicher, dass die erweiterten Öffnungszeiten der Gastronomie guttun würden. «Ich will, dass unsere Stadt lebendiger wird», sagt er. Er ist nicht der Einzige mit diesem Wunsch. Denn mehrere Grossrätinnen und Grossräte aus allen Parteien haben die Motion unterschrieben. «Aus meiner eigenen Fraktion habe ich zwar Gegenwind erhalten», sagt er weiter. Trotzdem sei er optimistisch eingestellt, dass das Parlament die Motion überweist.
Der Verein Rheinpromenade Kleinbasel hofft, dass es beim Alten bleibt. In den Sommermonaten sei es bereits genug hektisch, sagt Mötteli und fügt hinzu: «In den Sommernächten sollte doch auch mit offenem Fenster geschlafen werden können.» Der Vorstoss kommt nun in den Grossen Rat. Sofern die Motion überwiesen wird, hat der Regierungsrat anschliessend drei Monate Zeit für eine Stellungnahme. Danach wird die Motion ein weiteres Mal vom Grossen Rat behandelt. Dass die mediterranen Nächte bereits für diesen Sommer gelten würden, sei eher unrealistisch, sagt Hoppler.