Pflanzliche Ernährung
Grosser Rat lehnt Veganer-Initiative ab

Die Initiative für "Nachhaltige und faire Ernährung", die den Kanton bei der Förderung vegetarischer und veganer Ernährung in die Pflicht nehmen will, kommt in Basel-Stadt ohne Gegenvorschlag an die Urne. Der Grosse Rat empfahl am Mittwoch die Ablehnung.

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Mediterraner veganer Salat: Die Initiative zur Förderung tierfreien Essens erhält keinen Gegenvorschlag.

Mediterraner veganer Salat: Die Initiative zur Förderung tierfreien Essens erhält keinen Gegenvorschlag.

pixabay

Die mit 3085 Unterschriften eingereichte Initiative verlangt vom Kanton zum Einen ein Ernährungs-Leitbild, das fleischloses Leben propagiert. Zum Anderen zielt sie konkret auf Verpflegungsbetriebe öffentlich-rechtlicher Anstalten. Dort wird unter anderem mindestens ein veganes Menu täglich verlangt.

Die Regierung hatte sich klar gegen die Initiative ausgesprochen: Der Kanton tue bereits sehr vieles zur Aufklärung über gesunde Ernährung und die Auswirkung der Lebensmittelwirtschaft. Ein Gegenvorschlag sei daher nicht nötig.

Dem schloss sich nach der grossrätlichen Kommission auch das Plenum an: Ein Antrag der Grünen, die Sympathien hegten, auf Rückweisung für einen Gegenvorschlag blitzte mit 80 gegen 12 Stimmen ab. Die Ablehnungsempfehlung war unbestritten; der Grosse Rat fasste dann seinen Beschluss mit 85 gegen 5 Stimmen bei 4 Enthaltungen.

Ein LDP-Ratsmitglied und Kinderarzt warnte, derzeit belege keine einzige fundierte wissenschaftliche Studie Vorteile veganer Ernährung. Hinter der Initiative, die diverse Themen vermische, stehe eine gefährliche Ideologie. Veganismus sei eine Art Luxus-Konsum einer gesättigten Gesellschaft.

Die Initiative war auch in den Städten Zürich und Luzern eingereicht worden. In Zürich hatte sich das Stadtparlament für einen Gegenvorschlag ausgesprochen. Hinter dem Begehren stehen Initianten rund um die Denkfabrik Sentience Politics. Die Organisation setzt sich für die Interessen von empfindungsfähigen Lebewesen ein.