Herr Vischer, Sie haben sich in der Debatte über die Worte perfid und engstirnig genervt und die Votantin und den Votanten zurechtgewiesen. Warum?

Heiner Vischer: Perfid heisst hinterlistig. Ich habe mich verpflichtet gesehen, eine Bemerkung zu machen. So kann man das nicht stehen lassen.

In anderen Parlamenten keift man sich an. Gehört es in der parlamentarischen Debatte nicht auch dazu, dass man mal etwas aus der Haut fährt?

Wir sind hier in Basel, hier pflegen wir eine gute und hochstehende Gesprächskultur. Die will ich beibehalten. Vor den Wahlen geht so etwas nicht. Zu den Aufgaben des Präsidenten gehört, dass man Anstand fordert.

Joschka Fischer wurde mit dem Kraftausdruck «Mit Verlaub, Herr Präsident, Sie sind ein Arschloch» zur Kultfigur. Dafür haben Sie kein Verständnis, so ist anzunehmen.

Auch hat er mit dem Schuh auf dem Pult rumgeklopft. Nein, das wäre hier nicht zulässig. Wenn jemand so etwas getan hätte, dann hätte ich nicht nur eine Bemerkung, sondern einen Ordnungsaufruf gemacht.

Haben Sie nicht Freude an gepfefferten Debatten im Grossen Rat?

Die Debatte darf lebhaft sein. Andere Leute werden sagen, das war gar nichts. Ich finde, es übersteigt, was korrekt ist.

Wählen Sie selbst immer eine gepflegte Sprache, Herr Vischer? Oder rutscht dann und wann doch ein Schimpfwort raus?

Fäkalsprache existiert nicht in meinem Wortschatz.