Grossveranstaltung
Basler Fasnacht nur mit Coronazertifikat? Comité äussert sich erstmals zu seinen Plänen

Das Basler Fasnachts-Comité zeigt sich verhalten zuversichtlich. Vom 7. bis 9. März 2022 soll die Fasnacht möglichst in gewohntem Rahmen stattfinden. Noch bleiben aber einige Fragen unbeantwortet.

Aimee Baumgartner 6 Kommentare
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Erinnerungen an den Cortège 2019.

Erinnerungen an den Cortège 2019.

Archivbild: Nicole Nars-Zimmer

Ein weiteres Jahr ohne Basler Fasnacht? Für viele Aktive und Passive eine desaströse Vorstellung. Auch wenn noch unklar ist, wie es im kommenden Frühling um die Coronamassnahmen steht, hat das Basler Fasnachts-Comité schon jetzt eine Vorstellung davon, wie die «drey scheenschte Dääg» im kommenden Jahr ablaufen könnten.

Am Montagabend präsentierte das Comité seine Pläne vor den Obleuten der Cliquen, Guggen, Wagen und Chaisen an der alljährlichen Präsidentenkonferenz. Ziel sei es, eine Fasnacht durchzuführen, die diesen Namen auch verdient. «Das Comité geht davon aus, dass die Fasnacht stattfindet, und tut alles für deren Realisierung», heisst es in einer Mitteilung vom Montagabend. Ein fixfertiges Konzept gibt es aber noch nicht, «dafür müssen weitere Entwicklungen der Pandemie dennoch abgewartet und berücksichtigt werden».

Route für den Cortège steht

Konkret soll es nach zwei Absagen in Folge eine Fasnacht im klassischen Sinn geben, inklusive Cortège durch die Stadt sowie der Laternen- und Wagen-/Requisitenausstellung. «Nach sorgfältiger Prüfung der aktuellen Situation und der derzeit vom Bund angedachten weiterführenden Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus hat das Fasnachts-Comité entschieden, für 2022 die Organisation eines Cortèges vorzubereiten.» Die Route werde nach Angaben des Comités analog den Vorgaben geplant, die für die Fasnacht 2020 gegolten hätten.

Stand jetzt wäre die Durchführung des Cortèges aber nur mit Abstrichen realisierbar. Aktuell sind Grossveranstaltungen mit mehr als 1000 Personen nur mit gültigem Covid-Zertifikat erlaubt. Bei schätzungsweise 20'000 aktiven Fasnächtlerinnen und Fasnächtlern und weiteren 200'000 Besuchenden würde die Fasnacht also klar in diese Kategorie fallen. Für den Cortège bräuchte es demnach derzeit eine Bewilligung mit Schutzkonzept. «Möglicherweise müssen im März 2022 noch situationsbezogen Schutzmassnahmen eingehalten werden», schreibt das Comité diesbezüglich. Wie diese aussehen könnten, wird jedoch nicht weiter ausgeführt. Eine Zertifikatslösung ist somit denkbar – aber nicht definiert.

Verpflegungsstände statt Kellerbeizen

Offen ist auch, welche Keller zu Restaurationszwecken öffnen dürfen. Ausschlaggebend seien hier die Belüftung und/oder die Platzverhältnisse. Alternativ können sich interessierte Formationen bis Ende September für eine kostenpflichtige Verpflegungsverkaufsstelle melden. Unter einer solchen Verkaufsstelle verstehe sich «ein Take-away-Angebot ohne Sitzgelegenheit im Fasnachtsperimeter». Ob diese Verkaufsstelle dann auch direkt vor dem eigenen Keller steht, entscheidet am Ende die zuständige Allmendverwaltung.

Weiter fortgeschritten ist die Planung für das Drummeli 2022. Dieses soll vom 19. bis 26. Februar 2022 wieder im Musical Theater stattfinden. «Es werden die Cliquen teilnehmen, die 2021 dran gewesen wären», so das Comité. «Sie haben ihre Konzepte zum roten Faden gesponnen und sind daran, diese einzustudieren.»

Fasnachtsplakette schon in der Produktion

Unterdessen hat sich das Comité für einen Plakettenentwurf entschieden und der Blaggedde-Müller ist schon mit der Produktion beschäftigt. Das Rätsel um ihr Aussehen und wer hinter dem Entwurf steckt, wird bei der Vernissage am 29. Dezember 2021 gelüftet. Zehn Tage später kommen die Plaketten zum gewohnten Preis in den Verkauf.

6 Kommentare
Philipp Bösiger

Frau Beck, Sie unterlassen keine Möglichkeit, auf die Stadt Basel, deren Bewohner und die Behörden verbal einzudreschen. Sie haben aber auch schon mehrfach bestätigt, aus Enttäuschung weggezogen zu sein und der Stadt grundsätzlich fernzubleiben. Meine Frage daher: welche Beweggründe treiben Sie an, dennoch jede Chance zu nutzen, Missmut zu verbreiten? Warum geniessen Sie nicht einfach, dass Sie offenbar im Ihrem persönlichen Paradies angekommen sind?

Elisabeth Beck

Coronazertifikat an der Fasnacht? Ich lach mich kaputt. Da müsste Basel ein Heer von Polizisten haben, um dies zu kontrollieren. Zudem für unbelehrbare Politiker, das Fasnachtscomitée und sog. Experten: Nur Getestete wären wirklich sauber, denn Geimpfte können angesteckt sein und das Virus weitergeben....  Aber was nicht sein darf, ist nicht. Naiver geht es nicht mehr. Und solchen Leuten soll man alles glauben? Oh je....

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