Seit 2012 erhält der Liestaler Stadtpräsident 90'000, der Vize 45'000 und die übrigen Stadträte 37'000 Franken Entschädigung pro Jahr plus monatlich 500 Franken pauschal als Spesenersatz. Dabei geht man beim Präsidenten von einem 50-Prozent-Pensum, beim Vize von einem halb so hohen und bei den übrigen Stadträten von 20-Prozent-Pensen aus.

Aufgrund einer Motion von 2017 und einem Antrag des Stadtrats stand an der Einwohnerratssitzung am Mittwoch eine Erhöhung dieser Ansätze zur Diskussion. Und zwar um 10'000 Franken jährlich für den Stadtpräsidenten und um 5000 für die übrigen Stadträte. Der Präsident der vorberatenden Kommission, Stefan Fraefel (CVP), bezeichnete bereits die heutigen Ansätze im Vergleich zu anderen Baselbieter Gemeinden mit über 10'000 Einwohnern als «im oberen Bereich». Jenseits des Juras würden aber deutlich höhere Entschädigungen entrichtet.

Gemäss Kommissionsbericht bezahlen in den beiden Basel nur Pratteln und Riehen ihren Gemeindepräsidenten mehr als Liestal mit dem höheren Ansatz. Trotzdem beantragte die Kommission einstimmig, dem Erhöhungsantrag zuzustimmen und das rückwirkend auf Beginn dieses Jahres.

Nur einer stemmte sich dagegen

Damit stiess sie bei den Fraktionen weitgehend auf Zustimmung. So sagte etwa Bernhard Bonjour (SP): «Endlich ist es soweit. Das ist ein wichtiges Geschäft, weil es entscheidend für das Gemeinwesen ist, dass jene, die dafür arbeiten, anständig entschädigt werden.» Auch mit den höheren Löhnen würden die Stadträte immer noch viel Freiwilligenarbeit leisten.

Ähnlich tönte es von der bürgerlichen Seite. Für Max Schäublin (FDP) war das Geschäft «unbestritten» und die Lohnerhöhung eine Wertschätzung für den Stadtrat. Einzig Domenic Schneider (GLP) tanzte aus der Reihe: «Wir schätzen den Einsatz des Stadtrats sehr. Wir haben aber auch eine grosse Verschuldung der Stadt. Deshalb wäre es ein gutes Signal, wenn der Stadtrat auf die Lohnerhöhung verzichten würde.» Dies um so mehr, da er ja laut Kommission bereits heute gut entschädigt werde.

Stadtpräsident Daniel Spinnler (FDP) meinte, es sei ein heikles Thema, für die eigene Lohnerhöhung zu plädieren. Gleichzeitig verwies er auf die grossen Herausforderungen in Liestal und die vom Stadtrat verlangte Flexibilität, ständig bereit zu sein. Der Rat honorierte das und folgte dem Antrag mit 27 zu 1 Stimme (Schneider) bei sechs Enthaltungen (Mitte und ein Grüner).