Wo genau in der Stadt, das stehe noch nicht fest, sagt Erika Preisig, Gründerin und Präsidentin der Stiftung: «Es stehen drei Lokalitäten zur Verfügung, entschieden haben wir noch nicht.»

Die Ärztin aus Biel-Benken engagiert sich seit mehreren Jahren für die Selbstbestimmung der Patienten und war während fünf Jahren Konsiliarärztin bei der Sterbehilfeorganisation Dignitas (wir berichteten). In der Zeit habe sie viele Rezepte für die tödliche Dosis Schlafmittel Pentobarbital unterschrieben. Aus ideologischen Gründen wolle sie sich nicht mehr für Dignitas engagieren, sagt Preisig: «Ich werde als Ärztin nie einen gesunden Menschen in den Tod begleiten.» Für sie stehe im Vordergrund, dass vor dem Freitod alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft würden. Im Stiftungszweck verankert ist darum der ebenfalls neue Verein Lifecircle, der über Angebote der Palliative Care informiert, also schwer kranken Menschen mit einer begrenzten Lebenserwartung hilft, die Lebensqualität in der Zeit vor dem nahen Tod möglichst hochzuhalten.

Eine eigene Organisation für die Freitodbegleitung hat Preisig gegründet, weil sie in keiner der Bestehenden ihre eigenen Ansichten zu hundert Prozent gespiegelt sieht: Dignitas möchte auch gesunde Menschen in den Tod begleiten und habe einen schlechten Ruf. Exit, die grösste Sterbehilfeorganisation, steht nur Schweizern offen.

Angst davor, dass sie durch ihr Engagement im Bereich der Sterbehilfe Patientinnen oder Patienten verlieren könnte, hat sie nicht: «Meine Patienten haben positiv reagiert.» Allerdings erhalte sie auch Drohbriefe, meist von religiösen Fundamentalisten.

Exit beginnt im Oktober mit Suche

Eine Kombination von Alternativen wie Palliativpflege und Sterbehilfe bietet auch Exit an: «Das ist eigentlich das Konzept der meisten Sterbehilfeorganisationen», sagt Exit-Vizepräsident Bernhard Sutter. «Aufgrund der Anzahl Anfragen, die wir jährlich erhalten, kann man sagen, dass die Sterbehilfe eher die Ausnahme ist.» Dass mit Eternal Spirit eine weitere Stiftung Sterbehilfe anbieten wird, ist aus seiner Sicht eine logische Entwicklung: «Probleme am Lebensende nehmen in unserer alternden Gesellschaft zu», sagt Sutter. Dadurch steige die Nachfrage nach Freitodbegleitungen und damit auch die Zahl der Anbieter. Exit möchte auch im Raum Basel Beratungen anbieten, wie im März bekannt wurde. Mit der Suche nach einem geeigneten Lokal soll gemäss Sutter im Oktober begonnen werden.

Aus der Sicht von Experten ist es nicht unproblematisch, wenn eine Organisation Freitod-Hilfe und Palliative Care zusammen anbietet. «Es sind zwei grundsätzlich verschiedene Dinge, einen Suizid zu assistieren oder ein Leben medizinisch bis zum Tod zu begleiten und den Tod zuzulassen», sagt Lukas Ritz, Palliativmediziner am Basler Hildegard Hospiz, das seit 25 Jahren kranke Menschen bis zum Lebensende begleitet.