Strassenverkehr

Grüne-Grossrat fordert: «Autospuren für öV abbauen wäre am effektivsten»

Michael Wüthrich, Grossrat der Grünen, will Autofahrspuren abbauen, um das Ziel von 10 Prozent weniger Autos in Basel zu erreichen.

Michael Wüthrich, Grossrat der Grünen, will Autofahrspuren abbauen, um das Ziel von 10 Prozent weniger Autos in Basel zu erreichen.

10 Prozent weniger Autos dürfen bis 2020 in Basel herumfahren, so hat es das Stimmvolk beschlossen. Um dieses Ziel zu erreichen, schreckt der Basler Grüne-Grossrat Michael Wüthrich auch vor unpopulären Massnahmen nicht zurück.

Herr Wüthrich, der Kanton sagt, man sei punkto Umsetzung der Städte-Initiative auf Kurs. Einverstanden?

Michael Wüthrich: Ja, wir sind auf dem richtigen Weg. Ob der Strassenverkehr wegen der vielen Baustellen oder aufgrund tatsächlicher Verhaltensänderungen der Autofahrer abnimmt, lässt sich nach so kurzer Zeit allerdings noch nicht sagen. Die Richtung stimmt aber.

Welche der von den Experten vorgelegten Massnahmen ist am geeignetsten, um das Ziel von minus 10 Prozent Autos bis 2020 zu erreichen?

Am effektivsten ist das Verkehrsmanagement: Autofahrspuren zugunsten des öV abbauen oder Lichtsignalanlagen noch stärker auf den öV oder den Veloverkehr abstimmen. Je mehr Strassen wir bauen, desto höher ist das Verkehrsaufkommen. Im Umkehrschluss bedeutet dies: Beschränken wir den Raum, der den Autos zur Verfügung steht, so sinkt das Verkehrsaufkommen.

Die Experten stellen auch eine Verschärfung der eben erst eingeführten Parkraumbewirtschaftung in den Raum. Ist es richtig, jetzt über teurere Parkkarten zu diskutieren?

Sie wissen: Ich bin ein Befürworter einer griffigen Parkraumbewirtschaftung. Diese Massnahme steht für mich derzeit gleichwohl nicht im Vordergrund. Schauen wir zuerst, wie die neuen Regeln wirken. Greifen sie nicht, können wir über neue Massnahmen diskutieren.

Parlament oder Volk könnten bei weiteren Einschränkungen für Autofahrer das Veto einlegen.

Das glaube ich nicht. Parlament und Volk haben ihren Willen klar zum Ausdruck gebracht. Jetzt ist der Mut der Regierung zur Umsetzung gefragt.

Das klingt wie Kritik am Kanton.

Ist es auch. Die zuständigen Departemente – Bau- und Verkehrs- sowie Justiz- und Sicherheitsdepartement – machen bei der Umsetzung beschlossener Massnahmen nicht vorwärts. Wo stehen wir bei der Umsetzung des Verkehrsregimes Innenstadt? Nirgends. In Basel sehen Sie Autos in den Fussgängerzonen und was tut die Polizei dagegen? Nichts. Dabei könnte sich Mut in der Verkehrspolitik auszahlen. In London ist Road Pricing eine Erfolgsgeschichte. Die Immobilienpreise sind gestiegen, was kaum der Fall wäre, wenn die Stadt unattraktiv wäre.

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