Basel-Stadt

Grüne Oase: Riehen soll seinen heutigen Charakter beibehalten

Die CVP hielt eine Podiumsdiskussion in Riehen zum Thema «Das grosse grüne Dorf – wie lange noch?». Von links nach rechts: Thomas Grossenbacher, Andreas Zappalà, Patrick Huber, Eduard Rutschmann und Daniel Albietz.

Die CVP hielt eine Podiumsdiskussion in Riehen zum Thema «Das grosse grüne Dorf – wie lange noch?». Von links nach rechts: Thomas Grossenbacher, Andreas Zappalà, Patrick Huber, Eduard Rutschmann und Daniel Albietz.

Die CVP hielt am 31. August eine Podiumsdiskussion in Riehen. Daraus ging hervor, dass die Bevölkerung den aktuellen Charakter des Dorfes gerne bewahren möchte: Die Grünflächen sollen bleiben, auch wenn dadurch potentieller Wohnraum verloren geht.

«Das grosse grüne Dorf – wie lange noch?», fragte die CVP in Riehen an einer Podiumsdiskussion.

Christian Griss, Präsident der CVP Riehen/Bettingen, brachte in seinen einleitenden Worten das ganze Riehener Dilemma auf den Punkt. «Es ist ein Anachronismus von gross und grün, in dem wir uns in einem stetigen Konflikt befinden.» Wohin führt der Weg von Riehen? Diese Frage stellte sich das Dorf während den Diskussionen um den neuen Zonenplan und das neue Leitbild.

Klar ist, dass eine Mehrheit der Bevölkerung den aktuellen Charakter des Dorfes erhalten möchte. Zu viel Entwicklung ist unerwünscht. Das zeigten die Abstimmungsresultate über die Stadtrandentwicklung Ost mit Hochhäuser am Rande von Riehen und der kommunalen Abstimmung über die Zonenordnung 2R an der Hanglage von Riehen. Auch dort bevorzugte das Stimmvolk klar die kleinere, etwas grünere Variante.

«Verdichtung schadet Lebensqualität»

Gemeinderat Daniel Albietz (CVP) zeigte in seinem Referat im Detail auf, wie sich Riehen zum heutigen grossen grünen Dorf entwickelt hat. «Die Tendenz ist klar: es wurden mehr Bauzonen zu Grünzonen als umgekehrt.» Mit dem neuen Zonenplan werde dieser Trend fortgesetzt. Albietz stellte klar, dass Riehen bereits 1970 21‘000 Einwohner hatte und somit im Vergleich zu heute sogar noch grösser war.

Dies heisse aber nicht, dass Riehen nicht gewachsen ist. «Natürlich brauchen wir heute mehr Raum zum Wohnen.» Die viel gelobte Verdichtung kritisierte SVP-Gross-und Einwohnerrat Eduard Rutschmann. «Es ist keinesfalls so, dass mehr Grün wurde. Durch die Verdichtung fallen Umhänge, Spielplätze und Schulhausflächen im Siedlungsgebiet weg. Das ist auch eine Abnahme an Lebensqualität.»

Rutschmann und die ganze SVP-Riehen steht für ein noch grüneres Dorf, als dies im neuen Zonenplan festgehalten ist. «Wir müssen auf die Bremse stehen. Sowohl beim Druck aus der Stadt Basel wie auch von der Personenfreizügigkeit.» FDP-Gross- und Einwohnerrat Andreas Zappalà gab zu bedenken, dass man niemandem verbieten kann, in Riehen zu wohnen. «Es braucht auch Wachstum. Wenn wir nicht wachsen wollen, müssen wir den Wohnraum verknappen. Dies sorgt für höhere Preise, was ja auch nicht gewünscht wird.»

Potenzial nutzen statt Hochhäuser bauen

Moderator Toprak Yerguz sprach die Diskussionsteilnehmer auch darauf an, ob Riehen egoistisch handle, in dem es für mehr Wohnraum einstehe, aber den nicht vor der eigenen Nase möchte. «Gerade die Grünen haben doch ein Argumentationsproblem, wenn sie sich gegen Verdichtung wehren», sagte Yerguz zu Grossrat Thomas Grossenbacher.

«Solange wir noch Potenzial in der Stadt wie auch in Riehen haben, braucht es keine Hochhäuser und Wohnblöcke», antworte dieser. Patrick Huber (CVP) beruhigte Teile des Publikums, das sich vor einer Vergrösserung Riehens fürchtet. «Ich denke nicht, dass es in den kommenden Jahrzehnten eine riesige Veränderung geben wird. Auch die Bevölkerungszahl bleibt stabil.»

Rutschmann ist stolz auf die Schlafstadt

Riehens Image als Schlafstadt gab ebenfalls Anlass zu Diskussionen. Eduard Rutschmann stellte offen und ehrlich klar, dass er stolz darauf sei, in einer Schlafstadt zu wohnen. «Dafür müssen wir uns doch nicht schämen?», fand Rutschmann. Für Thomas Grossenbacher ist Riehen keinesfalls eine Schlafstadt. «Wir haben die Fondation, Vereine, die das Dorfleben bereichern und eine Autonomie, auf die wir stolz sein dürfen.» 

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