Die alten Hasen dürfen nicht mehr. Urs Müller, Heidi Mück, Patricia Bernasconi. Die prominenten Köpfe stehen nicht mehr auf der Liste 8, Amtszeitbeschränkung. Jetzt sind die Jungen dran. Und beim Bündnis Grüne Basta sind diese mit etlichen 90er-Jahrgängen wirklich jung. Und kräftig.

Mit Bolzenschneidern stehen sie am Dienstag bei der Helvetia am Kleinbasler Kopf der Mittleren Brücke und schneiden Stacheldraht auseinander, den sie zuvor selber montiert haben. Die Botschaft: «Wir bleiben offen und sprengen die Grenzen im Kopf!» Der Wahlkampf hat begonnen.

Velorution als Kernthema

Mit vier Kernthemen sollen möglichst viele Kandidaten zu Grossräten werden, bisherige wie beispielsweise Tonja Zürcher und Nora Bertschi und unbeschriebene grüne Blättchen. Die Wahlkampfthemen sind nicht neu, es sind allesamt Schwerpunkte, für die sich die Bündnis-Vertreter schon lange einsetzen. Auch nach Rückschlägen wollen sie dies weiter tun. 

Im Herbst an der Urne mit der Strasseninitiative hochkant gescheitert, wollen sie es jetzt in Sachen Verkehrspolitik nochmals wissen: «Wir starten die Velorution», heisst der Slogan, der ein Wortspiel ist und «menschenfreundliche Mobilität» zum Ziel hat. Fussgänger, Velofahrer und der (zahlbare) öffentliche Verkehr sollen gefördert werden, dies auf Kosten der Autos.

Kampf gegen Wohnungsnot

Ein zweites Kernanliegen ist soziale Wohnpolitik. «Wohnungsnot darf nicht wie bisher nur verwaltet, sondern muss aktiv bekämpft werden», sagt Basta-Co-Präsidentin Tonja Zürcher. Es sei «nicht akzeptabel», dass es in einer reichen Stadt wie Basel obdachlose Menschen gebe.

Neue Wohnungen dürften aber nicht auf Kosten von Grünraum entstehen, womit wir beim dritten Schwerpunkt wären: Energie. Das Bündnis will Basel zur «Energiestadt von morgen» machen. Feinstaub soll es keinen mehr geben, «Urban Gardening» soll für niemanden mehr ein Fremdwort sein und jeder soll in seiner Nähe Bioabfall entsorgen können.

Der vierte Punkt entspricht auch der allgemeinen Bündnis-Philosophie: «Wir bleiben offen - und denken über Grenzen hinaus!» Aufenthaltsstatus, Geld, Geschlecht - niemand soll deswegen benachteiligt werden. Zur Wahl stehen 99 Kandidaten. 50 davon sind Frauen.