Letzte Woche hat der Basler Regierungsrat den Bau der fünf neuen (Hoch)-Häuser auf dem Roche-Areal genehmigt und geraten, die 89 eingereichten Einsprachen abzuweisen.

Der Mehrwert, den die Pharma-Industrie der Stadt Basel verschafft, ist unumstritten und auch den grünen und linken Basler Parteien bewusst. Dennoch und gerade deswegen haben Vertreterinnen und Vertreter der Parteien Basta, Juso, Junges Grünes Bündnis und SP am Mittwoch in einer Medienkonferenz Bedenken zum Bebauungsplan geäussert und konkrete Forderungen an die Regierung sowie die Bau-und Raumplanungskommission in einem offenen Brief gestellt.

Patrizia Bernasconi (Basta) wird nächste Woche eine Motion einreichen, in der es um die Nutzung der Gelder aus dem Fonds für Mehrwertabgaben geht. Der Bau der fünf Häuser (18, 28, 72, 132 und 205 Meter hoch) schafft nämlich insgesamt 3600 neue Arbeitsplätze für Roche-Mitarbeitende — ein Mehrwert für den Pharmakonzern, der mit einer Abgabe an den Kanton von schätzungsweise 50 Millionen Franken abgezahlt wird. Normalerweise fliesst dieses Geld wieder in die Aufwertung des öffentlichen Raums, zum Beispiel in Grünanlagen.

«Aufgrund des Platzmangels sehe ich nicht, wie dieses Geld in den Bau von solchen investiert werden könnte», sagt Bernasconi und fordert mit ihrer Motion deswegen, dass dieses Geld in günstigen Wohnraum angelegt wird. Sie befürchte, dass die Bewohner der anliegenden Quartiere (Wettstein sowie Breite) wegen Luxussanierungen aus ihren Wohnräumen verdrängt würden.

Ausweitung Solitude-Weg

Im offenen Brief fordern die Unterzeichnenden, dass Roche auf die Kritik der Einsprachen eingehe und den Campus besser erschliesse. Dafür soll Roche Kosten am Ausbau des öffentlichen Verkehrs selber übernehmen.

Durch den Bau des neuen Forschungs- und Entwicklungszentrums an der Peter Rot-Strasse/Grenzacherstrasse werden die Laborstätten am Rhein frei. Darin sehen die Parteien die Möglichkeit, den Solitudeweg auszuweiten, damit Velofahrer und Jogger besser aneinander vorbeikommen.