Seit Jahren sind die Studierenden der Universität Basel unzufrieden. Im Universitätsrat, dem strategischen Gremium der Uni mit Aufsichtsfunktion, können sie nicht mitreden, ja sie werden nicht einmal angehört. Das soll sich ändern. Im Baselbiet wird Grünen-Landrat Jürg Wiedemann nach den Sommerferien einen Vorstoss einreichen, mit dem er den Studierenden nach Zürcher Vorbild einen Platz im Unirat verschaffen will. Dazu steht der Bildungspolitiker aus Birsfelden in Kontakt zur Studierendenorganisation Skuba.

Alle fünf Jahre ein Student im Unirat

Die Idee ist nicht neu: Vor drei Jahren lehnte das Baselbieter Parlament eine Motion mit der Forderung nach einer studentischen, beratenden Vertretung im Universitätsrat ab. Nun wagt die Skuba einen zweiten Anlauf und versucht es - um der Idee zum Durchbruch zu verhelfen - mit einem Kompromiss.

«Uns schwebt ein Rotationsprinzip zwischen den verschiedenen Gruppierungen der Universität vor», verrät Sebastian Gärtner, bei der Skuba zuständig für Hochschulpolitik. Damit hätten die Studenten statt der ursprünglich geforderten ständigen Beraterfunktion nur alle fünf Jahre Einsitz im Universitätsrat. Demnach würden sie sich den Sitz im Turnus mit den Professoren, Assistenzprofessoren, Doktorierenden und wissenschaftlichen Mitarbeitern teilen.

Damit die Studenten nach Ablauf ihres Jahres nicht vier Jahre untätig auf der Wartebank Platz nehmen müssten, hat die Skuba eine Plattform angedacht. «Hier sollen sich die einzelnen Gruppierungen über die Beratungen im Universitätsrat austauschen können», sagt Gärtner. Sollten die Studenten ein dringendes Anliegen haben, könnten sie es den Professoren auf dieser Plattform mitteilen.

Für diesen Kompromiss will die Skuba auch in Basel-Stadt werben, dem zweiten Trägerkanton der Basler Uni. Im Grossen Rat denken die Fürsprecher der Studierenden allerdings nicht daran, auf einen Kompromiss einzuschwenken: Im Basler Parlament ist ein Vorstoss von Salome Hofer (SP) pendent, der eine ständige Vertretung der Studierenden im Unirat fordert.

«Eine Vertretung im Rotationsprinzip erfüllt den Zweck nicht, den ich mir erhoffe», sagt Hofer. Das von ihr 2010 eingebrachte Begehren wurde zwar von der Regierung des Stadtkantons abgelehnt; der Grosse Rat entschied sich allerdings im April mit 45 gegen 29 Stimmen, Hofers Anzug stehen zu lassen. Ihre Forderung ist also nicht vom Tisch.

Die Regierung begründete ihre Ablehnung damit, dass die Studierenden als Angehörige der Regenz - des Parlaments der Uni - bei Entscheiden stimmberechtigt seien. Der Universitätsrat als strategisches Gremium stelle sich hingegen zumindest bei den stimmberechtigten Mitgliedern ausschliesslich aus externen Persönlichkeiten zusammen, argumentiert die Regierung.

Rektor und Unileitung sitzen im Rat

«Diese Argumente leuchten hinten und vorne nicht ein», schüttelt Hofer den Kopf. Die Studierendenvertretung im Unirat könnte ja - wie dies in Zürich der Fall sei - ebenfalls bloss mit beratender Stimme ausgestattet werden. In Basel nehmen Rektor Antonio Loprieno und Verwaltungsdirektor Christoph Tschumi beratend Einsitz im Unirat. «Weshalb dies bei den Studierenden nicht möglich sein soll, ist mir schleierhaft», sagt Hofer.

Grünen-Grossrätin Nora Bertschi fordert indes mehr - eine studentische Vertretung im Unirat mit Stimmrecht. Im Gegensatz zur Unileitung oder Professoren seien Studierende nicht Angestellte der Universität. «Ich sehe daher keinen Grund, weshalb sie als Leistungsempfänger der Uni im strategischen Gremium nicht stimmberechtigt sein sollen», findet Bertschi, die an der Uni Zürich doktoriert.