Riehen

Grünzone statt Schutzzone für die Riehener Kirchenburg

Grün soweit das Auge reicht: Die Kirchenburg wird in eine Grünzone umgewandelt. (Symbolbild)

Grün soweit das Auge reicht: Die Kirchenburg wird in eine Grünzone umgewandelt. (Symbolbild)

Der Einwohnerrat bestätigt den Entscheid des Gemeinderats, die Kirchenburg in eine Grünzone statt wie gewünscht in eine Schutzzone umzuwandeln.

390 Personen unterzeichneten bis im April eine Petition zum Schutz der Riehener Kirchenburg und der unmittelbar in der Nähe gelegenen Landvogtei vor Bebauungen, welche das historische Ortsbild beeinträchtigen könnten. Die Petitionäre wollen den noch unbebauten Bereich östlich des Brühlmattwegs, der an die Kirchenburg anschliesst, der Schutzzone zuweisen. Aktuell liegt dieses Gebiet nur in der Schonzone. Aus Sicht des Heimatschutzes sei es gerechtfertigt, sich mit allen Mitteln für die freie Sicht auf das wertvolle Ortsbild sowie dessen Schutz und Erhalt einzusetzen, argumentierten sie.

Der Gemeinderat wollte und konnte diesem Wunsch nicht ganz folgen. Das Anliegen bedingt gegebenfalls Änderungen im Zonenplan, dessen Revision gerade stattfindet. «Zurzeit kann der Gemeinderat die Pläne nicht mehr korrigieren», sagte Gemeinderat Daniel Albietz (CVP). Selbst die Denkmalpflege habe sich nicht explizit für die Schutzzone eingesetzt. Der Gemeinderat anerkannte aber das Schutzbedürfnis. «Dem werde mit der Neulegung in eine Grünzone und dem denkmalgesetzlichen Umgebungsschutz der Kirchenburg und der Landvogtei Rechnung getragen", sagte Albietz. Der Einwohnerrat stimmte diesem Entscheid zu. Über den revidierten Zonenplan wird 2014 abgestimmt.

Klare Mehrheiten für Strassenprojekte

Der Einwohnerrat segnete nach der Sommerpause fünf Strassenbauprojekte ab. Einziger Streitpunkt war die Neuerstellung Unterm Schellenberg. Ging es nach der Ratslinken und der Sachkommission Mobilität und Versorgung (SMV), sollte diese Strasse mit zwölf neuen Bäumen begrünt werden. «Diese würden die weite Sicht in der langen geraden Strasse brechen», argumentierte SMV-Präsident Jürg Sollberger (EVP). Zudem würden diese Bäume Riehen als das «grosse grüne Dorf» gut anstehen. Die bürgerlichen Fraktionen wehrten sich erfolgreich gegen die ihrer Meinung nach «unnötige Begrünung auf einer reinen Erschliessungsstrasse». Der Einwohnerrat wies den Rückweisungsantrag der SMV mit 21 zu 15 Stimmen ab.

Insgesamt investiert Riehen 7,7 Millionen Franken in fünf Strassenprojekte. Die Erneuerung des Steingrubenwegs, Bäumliweg bis Wendeplatz inklusive der öffentlichen Beleuchtung und der Sanierung der Kanalisation kostet 2,8 Millionen Franken. Gleich teuer kommt die Gemeinde die diskutierte Neuerstellung und Erneuerung inklusive Beleuchtung am Unterm Schellenberg zu stehen.

Gemeinderat prüft Potenzial für Solaranlagen

Der Gemeinderat antwortete positiv auf einen Anzug von Christine Kaufmann (EVP) und 18 Mitunterzeichnenden, die Solaranlagen auf gemeindeeigenen Dächern forderten. «Der Gemeinderat ist ebenfalls der Meinung, dass ein nicht unerhebliches Potenzial auf Gebäuden der öffentlichen Hand für die Gewinnung von Strom vorhanden ist. Dieses sollte erfasst und genutzt werden», gab er als Antwort zu Protokoll. In einem ersten Schritt lässt der Gemeinderat alle Dächer, die nicht denkmalgeschützt oder in der Schutzzone stehen, prüfen.

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