Aufwertung Innenstadt

Grüselgasse Greifengasse: Dieser neue Stein saugt einfach zu stark

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Woher die Sauce kam, ist unklar. Klar ist, dass die Spuren noch lange bleiben.

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Der Alpnacher Quarzsandstein sieht schön aus, ist aber entlang einer Fressmeile wie der Greifengasse nicht besonders geeignet. Er ist zu porös und saugt zu stark. Die Spuren sind unverkennbar.

Er wäre so schön anzuschauen – würde er Saucen, Cola-Reste und andere Flecken nicht einfach aufsaugen. Der Alpnacher Quarzsandstein, gelobtes Mittel der Aufwertung hiesiger innenstädtischer Boulevards, hat den Härtetest in der Kleinbasler Greifengasse nicht bestanden.

Noch nicht einmal vor Jahresfrist verbaut, hat der Stein entlang der Take-Away-Meile zwischen Mittlerer Brücke und Claraplatz den Charme eines ungepflegten Vororts. «Eine normale Reinigung reicht hier sicher nicht aus», kommentiert André Auderset, Präsident der IG Kleinbasel und Grossrat der Basler LDP.

Gegenteil von Verschönerung

Auderset hat deshalb eine Interpellation an die Regierung verfasst, in der er wissen will, ob Möglichkeiten zur Verbesserung der Situation bestünden. Und ob unter diesen Umständen ein Festhalten am Quarzsandstein zur Aufhübschung der Innenstadt überhaupt noch tragbar sei. Denn gemessen an der vielbegangenen Gasse mit ihren Schnellverpflegungsständen kann von Verschönerung nicht mehr unbedingt die Rede sein.

«Ähnlich sieht es teils vor der Hauptpost in der Gerbergasse aus», sagt Auderset. Da sich dort aber deutlich weniger Schnellverpfleger-Stände befinden, seien die Gebrauchsspuren etwas weniger ausgeprägt.

Schnell bekleckert, kaum zu reinigen

Auderset poltert nicht von ungefähr. Er zitiert aus der Antwort an einen ansässigen Geschäftsführer, der mit mehreren Fotos zum Ausmass des Verschmierten und Verklebten bei der Stadtreinigung vorstellig geworden war. Diese schreibt: «Wir reinigen die Greifengasse täglich maschinell, und einmal pro Woche wird sie geschwemmt. Wir sind nicht in der Lage, mit vertretbarem Aufwand die auf Ihren Photos sichtbaren Verunreinigungen zu beseitigen.»

Der Alpnacher Quarzsandstein, ein Naturprodukt aus dem Kanton Obwalden, ist ein Bestandteil des Konzepts zur Neugestaltung der Basler Innenstadt. Im Rahmen einer ersten Etappe kostete der Quadratmeter inklusive Arbeiten rund 850 Franken – ein nicht ganz günstiger Bodenbelag, der aber hohe ästhetische Ansprüche zufriedenstellen soll. Nun zeigt sich, dass das Gestein entlang einer Fressmeile wie der Greifengasse an seine natürlichen Grenzen stösst.

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