Wahlkampf
Grüne und Basta erfinden sich neu

Es ist eine Premiere: Das aus Grünen und Basta bestehende Grüne Bündnis wechselt acht Monate vor den Gesamterneuerungswahlen die Hälfte der Grossratsfraktion aus. Grund ist der Abgang von politischen Schwergewichten.

Simon Erlanger
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Das sind die neuen Grossräte des Grünen Bündnis: (V.l.n.r.) Raphael Fuhrer, Tonja Zürcher, Daniel Spirgi, Harald Friedl, Beat Leuthardt, Beatrice Messerli. Als Nachrückende gehen sie im Herbst mit dem Bisherigen-Bonus in den Wahlkampf.

Das sind die neuen Grossräte des Grünen Bündnis: (V.l.n.r.) Raphael Fuhrer, Tonja Zürcher, Daniel Spirgi, Harald Friedl, Beat Leuthardt, Beatrice Messerli. Als Nachrückende gehen sie im Herbst mit dem Bisherigen-Bonus in den Wahlkampf.

Juri Junkov/Fotograf

Beim aus Grünen und Basta bestehenden Grünen Bündnis verlassen acht Monate vor den Gesamterneuerungswahlen Urs Müller (Basta), Heidi Mück (Basta), Patrizia Bernasconi (Basta) und Eveline Rommerskirchen (Grüne) den Grossen Rat wegen der Amtzeitsbeschränkung. Mirjam Ballmer (Grüne) tritt aus privaten Gründen, Sibel Arslan (Basta) wegen der Wahl in den Nationalrat zurück. Mit der Auswechslung will das Bündnis im Herbst die Nachrückenden mit dem Bisherigen-Bonus antreten lassen. Die Ablösung geht gestaffelt vor sich: Schon im März rückt für Sibel Arslan die Gewerkschaftlerin Beatrice Messerli nach. Auf Urs Müller folgt im April Beat Leuthardt, Co-Geschäftsleiter des Basler Mieterverbandes. Auch im April rückt Basta-Co-Präsidentin Tonja Zürcher für Mirjam Ballmer nach. Patrizia Bernasconi wird durch den Gesundheitsexperten Daniel Spirgi abgelöst. Heidi Mück tritt Anfang Juni zugunsten des ABC- Fachstellenleiters Harald Friedl zurück. Zuletzt folgt der Verkehrsplaner Raphael Fuhrer auf Eveline Rommerskirchen.

Frau Mück, ist die Auswechslung der Hälfte der Fraktion nicht «High Risk»?

Heidi Mück: Nein! Es wäre ein Risiko gewesen, wenn wir alle bis zum Ende weitergemacht hätten und wir im Herbst ohne Bisherige angetreten wären. So haben die Neuen die Chance, sich zu profilieren.

Ein durchsichtiges Manöver also?

Natürlich! Das machen aber alle Parteien. Wir sind spät dran, das geben wir zu!

Basta-Alt-Grossratspräsidentin
Brigitta Gerber macht nicht mit?

Brigitta Gerber hat selber entschieden, nicht vorzeitig zurückzutreten. Wir finden das gut und üben keinen Druck aus. Jemand soll bleiben von den Bisherigen.

Der Altersdurchschnitt der Neuen ist relativ hoch, der Frauenanteil niedriger als vorher.

Das stimmt, wobei wir immer noch mehr Frauen haben als alle anderen.

Hat Grün in einer Zeit in der alle grüne Anliegen vertreten denn überhaupt eine Chance.

Ich gehe davon aus, dass die Leute das Original wählen. Überhaupt haben wir in Basel mit der Kombination Basta und Grüne eine speziell Situation.

A Apropos: Gehen Basta und Grüne wirklich mit eigenen Kandidaten ins Rennen um die Regierung?

Natürlich! Wir haben Anfang Februar unsere Fünferliste kommuniziert.

Haben Sie nicht Angst, sich gegenseitig zu neutralisieren, wie dies die SP Baselland mit der Doppelkandidatur bei den Regierungswahlen getan hat?

Die Basler Konstellation ist anders. Wir ziehen gemeinsam und vereint am gleichen Strick.