Dienstagmorgen, 7.00 Uhr. Ein Schrei hallt durchs Badezimmer. Ich, stolzes Mitglied der Fasnachtsgesellschaft Olympia, selbsternannter Altstadtbasler und fremdbeschriebener Berufsbebbi, falle bei der Lektüre meines Leib- und Magenblattes beinahe in die städtische Kanalisation.

Was muss ich da lesen, in einem Artikel, erschienen im von mir geleiteten Ressort, über das weltbeste Monstre-Trommelkonzert, auch bekannt als Drummeli? «Die beiden Männer-Guggen Märtplatz und Olympia» würden zusammen auftreten. «Gugge»?! Frechheit! Blasphemie! Häresie! Das sind Cliquen! Und «dr Schwoobekäfer» mutiert auch noch zu «de Schwoobekäfer». Nun gut, es sind ja schon der käferlich Kostümierten zweie, die da stehen. Aber singen, das tut nur einer. Der andere trägt den Helgen, das gilt nur als Anwesenheit, nicht aber als vollamtliche Teilhabe am Bänggler-Dasein.

Doch die Wut auf die Schreiberin wandelt sich rasch in nackten morgendlichen Selbsthass. Was kann die Kollegin aus Dornach schon dafür, dass sie nicht mit städtischer Geburt und urbaner Fasnachtskenntnis gesegnet wurde. Und der Kollege, der auf sie aufpassen sollte – und auch Olymper ist! – weilt in den Tropen und stellt dort farbigen Fischlein nach.

Die ganze Verantwortung lastet also einzig und allein auf meinen Schultern. Da ist kein Korrigendum gross genug, keine Menge Asche gigantisch genug, um mein schuldiges Haupt zu zieren.

 

Nachtrag

Dass die Fasnächtler einem solch monströsen Fehler mit Humor begegnen, beweist das Drummeli mit dieser grosszügigen Einladung.