«Es herrscht Ufruhr rund um d’Frau Fasnacht und das, will uf ere Blaggedde – dr Silbrige – e Gugge us em Rahme lacht.» Der Obmann der Interessensgemeinschaft fasnächtlicher Guggenmusiken (Gugge IG) macht seinem Unmut mit einem Beitrag in der Facebook-Gruppe der IG Luft. Er hat kein Verständnis für die Cliquen-Fasnächtler, die die silberne Plakette boykottieren würden – nur weil eine Gugge darauf sei. Dem stimmt auch Stephanie Weikard, Obfrau der «Freyi Guggemuusige Basel 1965», zu: «Ich verstehe das Theater nicht.»

Lieber Kupfer als Silber

Ebenso ergeht es einer Vielzahl der Fasnachtinteressierten auf Facebook: In der Facebook-Gruppe «Basler Fasnacht Online» wird angeregt über die silberne Plakette diskutiert: «Ich verstehe die Aufregung nicht. Jedes Jahr der gleiche Müll. Guggen gehören zur Fasnacht, genauso wie alle anderen, die dazu beitragen, dass die Basler Fasnacht so ist, wie sie ist.» Auch wird die Debatte als «Kindergarten» bezeichnet.

Trotzdem äussern sich immer wieder auch Fasnächtler, die in diesem Jahr auf keinen Fall mit einer Guggenmusik auf der Brust durch die Basler Innenstadt marschieren wollen: «Auch ich habe mir in diesem Jahr zwei kupferne anstatt eine silberne Plakette gegönnt – auch wenn ich unsere werten Guggen-Kollegen schätze, so ist es für mich Ehrensache, dass ich die Clique über meinem Herzen trage.»

Fasnachtsexperte Felix Rudolf von Rohr kennt die Problematik von früheren Jahren: «Es gibt jedes Jahr Leute, die etwas an den Plaketten auszusetzen haben.» Das seien sogenannte «Kummerfürze», sagt Rudolf von Rohr. Er als Pfyffer fände es völlig in Ordnung, dass eine Guggenmusik die silberne Plakette ziert. Früher seien die Formationen ein noch zentralerer Bestandteil der Basler Fasnacht gewesen als heute. «Sie haben ihren eigenen Wert und gehören genauso zur Fasnacht», sagt das ehemalige Fasnachts-Comité-Obmann.

«Vom hoche Ross obe abe ko»

So argumentiert auch Müller von der Gugge IG in seinem Facebook-Post: «Die sogenannte ‹Traditionaliste› sölle vo ihrem hoche Ross obe abe ko, und dra dängge, wenns am Mändig Vieri schloot und die ganzi Stadt erwacht, dass me an de drey scheenschte Däg zämme Fasnacht macht.» Und Stephanie Weikard ist schon voller Vorfreude für die Fasnacht. Besonders aus einem Grund: «Mich freut es dann, wenn alle Tambourmajoren die silberne Zugsplakette auf der Brust tragen müssen.»

Felix Rudolf von Rohr will zudem an das Fasnächtlerherz appellieren: «Wir sollten doch stolz sein auf unsere Guggenmusiken. Immerhin haben wir diese Formationen in den Rest der Schweiz und auch über die Grenze nach Deutschland exportiert.»