Gundeli-Casino
Gundeli-Casino: Fixe Mieter sollen Löcher in der Kasse füllen

Die GGG Stadtbibliothek zieht im August ins Gundeli-Casino ein. Die Stadtbibliothek erhofft sich eine bessere Sichtbarkeit im Quartier und dadurch mehr Laufkundschaft. Noch werden Mieter für das Untergeschoss gesucht.

Pascale Hofmeier
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Als Versammlungsort für Vereine hat das Gundeli-Casino weitgehend ausgedient

Als Versammlungsort für Vereine hat das Gundeli-Casino weitgehend ausgedient

Roland Schmid

Bücherregale werden in den Sitzungszimmern im ersten Stock des Gundeli-Casinos aufgestellt: Die GGG Stadtbibliothek zieht im August aus dem Gundeldinger Feld an den Tellplatz. Die Stadtbibliothek erhofft sich eine bessere Sichtbarkeit im Quartier und dadurch mehr Laufkundschaft. Sicher wird sie aber 150 Quadratmeter mehr Fläche haben als die bisher 500 Quadratmeter im Gundeldinger Feld. «Und die Räume sind besser unterteilbar», sagt Anne-Lise Hilty, Mediensprecherin der Stadtbibliothek. Am heutigen Standort sei das nicht möglich, was immer wieder zu Konflikten zwischen verschiedenen Kundengruppen führt. «Jugendliche wollen auch mal ein wenig lauter sein. Andere wiederum möchten in Ruhe lesen oder arbeiten.»

Bevor die Bibliothek an den Tellplatz zieht, wird im Gundeli-Casino noch umgebaut. Ab Ende März sind darum die Sitzungszimmer zu. Mit der fixen Vermietung des ersten Stocks soll eine jahrelange Leidensgeschichte mit unzähligen Löchern in der Kasse der Gundeldinger-Casino Basel AG ein Ende nehmen. Obwohl die Sitzungszimmer und Säle im ersten Stock gut ausgelastet waren, haben letzten Sommer die Aktionäre der Casino AG – einen Teil der Aktien hält der Kanton Basel-Stadt – das «Optimierungskonzept mit Stadtnutzen» verabschiedet. «Der Verwaltungsrat musste sich etwas überlegen, damit die Kosten nicht aus dem Ruder laufen», sagt Beatrice Isler, Mitglied des Verwaltungsrates.

Feste Mieter bedeuten ein fixes Einkommen, aber auch eine Abkehr von der bisherigen Funktion als Versammlungsort für Vereine oder als Tagungsort für Firmen.

Nach 20 Jahren veraltet

Die Gundeldinger-Casino Basel AG wurde 1982 gegründet. Damals stand noch das alte Casino-Gebäude. Als es nach einem Deckeneinsturz darum ging, das Haus neu zu bauen, hätten sich viele Vereine im Quartier für das Haus als Veranstaltungsort stark gemacht, erzählt Isler. Das ist heute anders: «Viele der Vereine haben keinen Nachwuchs mehr und geben auf. Sie brauchen keinen Versammlungsort mehr», sagt Isler. «Das Angebot in der Stadt hat sich vervielfacht. Früher war man froh, wenn man in den Finken im Quartier zum Singspiel konnte.»

Zu den finanziellen Schwierigkeiten der AG hat auch die Liegenschaft selber beigetragen. Vor 20 Jahren gebaut, ist das Haus heute aus technischer Sicht veraltet. In den letzten Jahren gingen immer wieder Installationen kaputt. Mal war es die Kühlanlage, dann der Lift oder aktuell die Pumpensumpfstationen. «Zudem haben wir bedeutend mehr Auflagen», sagt Isler. Im Haus musste der Brandschutz aktualisiert werden und ein Sicherheitsbeauftragter prüft einmal im Monat, ob alles funktioniert.

Was also tun? «Der Verwaltungsrat hat darauf gedrängt, dass das Haus seinen Quartiernutzen behält», sagt Isler. Einen kompletten Verkauf habe die AG «unbedingt vermeiden» wollen. Zu dieser Strategie Griff die AG 2004. Als damals das Loch in der Kasse zu gross wurde, verkaufte die Casino AG die oberen Stockwerke. Dort befinden sich 16 Wohnungen.

Festsaal bereitet grosse Sorgen

Mit der Stadtbibliothek Gundeldingen im ersten Stock und der Quartierkoordination Gundeldingen im Erdgeschoss sind längst nicht alle Räume besetzt. Auch das grösste Sorgenkind soll fest vermietet werden: der Festsaal und die anderen Räume im dritten Untergeschoss. Diese sind seit November ausgeschrieben. Ob sich bereits Interessenten gemeldet haben, konnte Isler nicht sagen. Aber: «Wir sind offen für alles.» Der Umzug der Bibliothek bedeutet übrigens auch für das Querfeld eine weitere grosse Veränderung in der Halle 8 innerhalb eines Jahres: Nach dem Pächterwechsel beim Eo Ipso und der Querfeldhalle wird nun auch noch ein neuer Mieter für die Räume der Bibliothek gesucht. «Es sind schon viele Wechsel, aber das bedeutet auch Gestaltungsspielraum», sagt Pascal Biedermann, Geschäftsführer der Vermieterin Kantensprung AG. Wer Ende März in die Halle 8 einzieht, werde sich in den nächsten drei Monaten entscheiden. «Wir haben bereits Interessenten, aber entschieden ist noch nichts.»