Das Surfen ist wunderschön. Die ganzen Röhrli und das andere Plastik im Wasser aber ganz und gar nicht. Bei ihren letzten Surfferien auf Bali beschliesst Olivia Gadient, dass sich etwas ändern muss und beginnt im Kleinen: In einer Bar entdeckt sie Strohhalme. Aus Glas, wiederverwendbar und somit auch gut für die Umwelt. Eine, wie sie findet, grossartige Idee, von der sie zurück in der Schweiz direkt ihrem früheren Arbeitskollegen Adrian Iselin erzählt.

Auch er ist Feuer und Flamme. «Uns ist gar nicht bewusst, wie viel diese kleinen Röhrchen, die eigentlich niemand braucht, ausmachen.» Jährlich benutzt jeder der 512 Millionen EU-Bürger 71 Röhrli, erzählt er. Anfang des Jahres hat die EU deshalb im Rahmen ihrer Plastikstrategie einen Vorstoss lanciert: Er sieht ein Verbot von Wegwerfgeschirr aus Plastik und eine Recyclingquote für Plastikflaschen vor.

Produziert in Asien

Gadient und Iselin beschliessen, die wiederverwendbaren Röhrli in die Schweiz zu bringen. Vor einem Jahr gründen sie gemeinsam das Start-Up «Strawganic». Straw für Strohhalm und Ganic abgeleitet vom englischen Wort organic, was so viel bedeutet wie biologisch.

Bisher vertreibt die Firma Strohhalme aus Glas oder Stahl und verschiedene Trinkflaschen aus Bambus. Produziert werden die Produkte in Asien. Dass das hinsichtlich der Message des Unternehmens nicht optimal ist, wissen die Jungunternehmer. «Momentan ist es einfach noch zu teuer, die Produkte in der Schweiz produzieren zu lassen.» In Zukunft sei das aber schon ein Ziel.

Bis jetzt benutzen zwei Hotels und ein Café in der Schweiz die Röhrli. Dazu kommt eine Yacht und ein Resort in Indonesien. Neu nimmt auch die Confiserie Bachmann die Röhrli in ihr Sortiment auf und verkauft sie an drei Standorten in der Stadt. Iselin übernimmt in der Firma den buchhalterischen Part, Gadient lebt sich kreativ aus und bringt die Ideen für weitere Produkte. Gemeinsam seien sie ein grossartiges Team, erzählen die beiden strahlend. Ob es denn nicht mal Streit gibt, wenn man so intensiv zusammen arbeitet? Nein nie. «Olivia hat ihren Part und ich habe meinen. Wir geraten uns eigentlich nicht in die Quere», so Iselin.

Neben den Tätigkeiten für die Firma arbeiten die beiden zu hundert Prozent. Iselin ist bei einer Anwaltskanzlei im Transaktionsbereich angestellt, Gadient arbeitet als Administrativ Assistant bei der Roche. Natürlich sei es sehr streng, neben der Arbeit noch die Firma aufzuziehen. Das ist den beiden der Ozean aber wert.