Die 14. Ausgabe des Jungle Street Groove zog trotz schlechtem Wetter viele Leute an.

Groove-Trucks, die vibrieren und nur im Schritttempo vorwärtskommen, schieben sich mit hämmernden Bässen an der Beiz zum Schmalen Wurf vorbei - die anwesenden Gäste wippen mit, zücken ihre Handys, schiessen Fotos und machen sich gegenseitig auf die skurrilen Gestalten aufmerksam.

Drei junge Frauen tanzen unter dem Vordach, beanspruchen Platz, den die Servierdamen eigentlich bräuchten - diese nehmen es aber gelassen.

Jungle Street Groove

Die Parade des Jungle Street Groove startete am Samstag um 17.30 Uhr beim Schaffhauser Rheinweg auf der Höhe vom Solitude Park, etwa eine Stunde später erreiche sie die Mittlere Brücke.

Rund 3000 Leute hatten im Vorfeld auf Facebook ihre Teilnahme am Jungle Street Groove 2012 angekündigt, laut dem Veranstalter sind zwischen 4 000 und 5 000 Personen vor Ort.

Hauptsächlich tanzen junge Erwachsene mit Sonnenbrille. Allerdings hat es auch einige Tänzer, die deutlich älter, aber keinesfalls gemässigter sind.

Genrevielfalt als Markenzeichen

Musikalisch liess keiner der zwölf Wagen etwas anbrennen: Dubstep, Grime und Jungle sind die bevorzugten Genres, Minimal, Reggae und Hip-Hop werden ebenfalls gespielt.

Die Genrevielfalt ist wahrscheinlich das Erfolgsrezept des Umzugs. Liebhaber elektronischer Musik aller Couleur kommen auf ihre Kosten. Verkleidung darf sein - ist allerdings kein Muss.

Diejenigen, die sich in Kostüme schmeissen tun das farbenfroh und auf verschiedene Weise - Teufelshörner, Strohhüte, Arztkittel und verschieden Perücken. Sie sind allerdings klar in der Unterzahl.

Lokale DJs und Groove-Trucks

Die Leute flanieren und tanzen. Wenn die Wagen stehen, wird das Publikum euphorisch, hüpft und feiert sich selbst und die Musik. Zugleich kämpft es so gegen den Regen an.

Einige junge Männer tanzen oben ohne durch den Nieselregen. Frisch zusammengemischt wird die Musik von den DJs auf den Wagen. Unter ihnen sind auch die Lokalmatadore der Goldfinger Brothers.

Vorwiegend junge Frauen tanzen auf den Groove-Trucks - wie die meisten Leute im Publikum haben sie sich dem Wetter angepasst und von knappen Outfits abgesehen.

Ein junger Mann mit Mikrofon befindet sich direkt in der Menge. Er gibt Kommandos, dirigiert die Gruppe und tanzt mit. Am späteren Nachmittag hat es nicht viele Leute, die zum Start an den Schaffhauserrheinweg pilgern.

«Um 17.30 hört es auf zu regnen», erklärt eine fröhliche Teilnehmerin überzeugt und pünktlich zum Paradenstart pilgern immer grössere Gruppen in Richtung Startpunkt.

Zuschauerzahl nicht übertroffen

Um die Zuschauerzahl von letztem Jahr zu übertreffen, wird es nicht reichen - zu schlecht ist das Wetter. Unter der Wettsteinbrücke ist das Gedränge hingegen schon eine Stunde vor Umzugsbeginn gross.

Die Parade zieht weiter aufs NT-Areal, wo das Sonnendeck dem Wetter trotzt und denjenigen, die nach einigen Stunden Kälte nicht in die Wärme flüchteten, weitere Unterhaltung bietet.

Bei den offiziellen Afterpartys im Sommercasino und im Hinterhof wurde es hingegen eng: Wer zu spät kam, musste sich auf lange Wartezeiten gefasst machen.