Wanderungsanalyse 

Gute Noten von Zugezogenen – trotzdem bleiben viele weniger lang in Basel

Der Kanton Basel-Stadt erhält von Zuzügern gute Noten. Dennoch ziehen viele von ihnen wieder früher aus dem Stadtkanton weg als in früheren Jahren. (Archiv)

Der Kanton Basel-Stadt erhält von Zuzügern gute Noten. Dennoch ziehen viele von ihnen wieder früher aus dem Stadtkanton weg als in früheren Jahren. Diese hat die dritte Wanderungsbefragung des Stadtistischen Amts ergeben.

Gemäss dieser am Mittwoch den Medien vorgestellten Befragung verbringen 45 Prozent der neu zugezogenen Einwohnerinnen und Einwohner von Basel-Stadt weniger als fünf Jahre im Stadtkanton. Bei den früheren Befragungen von 1998 und 2008 waren dies nur 30 Prozent gewesen.

Gestiegene Mobilität

Für Kantons- und Stadtentwickler Lukas Ott ist diese Entwicklung Ausdruck der gestiegenen Mobilität, die durch den Arbeitsmarkt angetrieben wird. In Basel-Stadt ist die Bevölkerungszahl in den letzten zehn Jahren um 10'000 auf 200'000 Personen angestiegen. Gleichzeitig entstanden 20'000 neue Arbeitsplätze.

Dies Entwicklung hat auch die Struktur der Zuzüger verändert, wie es an der Medienkonferenz hiess. So ist der Ausländeranteil bei den Zugezogenen mit 40 Prozent heute deutlich höher als bei den früheren Befragungen. Zudem zieht es mehr Gutverdienende und mehr Familien nach Basel-Stadt als früher.

Basel-Stadt profitiert wie ändere Städte davon, dass das urbane Leben selbst bei Familien heute wieder gefragt ist. Gemäss der Wanderungsbefragung schätzen Zugezogene denn auch insbesondere die zentrale Lage, das kulturelle Angebot und den öffentlichen Verkehr. Kritischer bewertet werden dagegen die Luftqualität und der Mangel an Grün in den Quartieren.

In Basel-Stadt stehen sich pro Jahr jeweils rund 12'000 bis 15'000 Zu- und Wegzüge gegenüber. Der Wanderungssaldo beträgt jährlich rund 1000 Personen. Wer nach Basel zieht oder den Stadtkanton verlässt, tut dies gemäss der Wanderungsbefragung in erster Linie wegen des Arbeitsumfelds.

Mangel an Wohnraum

Fast ebenso häufig führt aber die Wohnsituation zum Wegzug aus dem Stadtkanton. Neben dem Mangel an Wohnungen sind es auch die hohen Mietzinse im Stadtkanton, die kritisiert werden.

Wichtig sei denn auch die Schaffung von neuem Wohnraum, hielt Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann fest und verwies auf das Potenzial der verschiedenen Transformationsareale. Linderung auf dem angespannten Wohnungsmarkt verspricht sie sich aber auch von der Umsetzung der Wohnschutzinitiative.

Für Zuzüger erachtet Ackermann neben Wohnraum auch deren Integration für wichtig, denn es gehe um den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die bestehende Willkommenskultur werde an Bedeutung noch gewinnen, ist die Regierungspräsidentin überzeugt. Sie hofft, dass durch geeignete Massnahmen Zugezogene künftig länger als fünf Jahre im Stadtkanton verweilen.

Durchgeführt worden war die dritte Wanderungsbefragung im Frühling 2018. Von je 4000 angefragten Zu- und Wegzügern haben 2063 den Fragebogen ausgefüllt.

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