Gastronomie

Guter Kaffee kennt keine Krise: Das kultige Lieblingscafé an der Basler Falknerstrasse hat wieder offen

Sandro (links) und Ricardo Scarpellino sind mit ihrem «i favoriti caffé by Grieder» an der Falknerstrasse mehr als nur gut gestartet.

Sandro (links) und Ricardo Scarpellino sind mit ihrem «i favoriti caffé by Grieder» an der Falknerstrasse mehr als nur gut gestartet.

Die Gebrüder Scarpellino haben ihren zweiten Gastro-Ableger in Basel eröffnet. Die Genfer Brunschwig-Gruppe mischt auch mit.

«I favoriti» ist Italienisch und bedeutet: die Lieblinge. Ricardo Scarpellino sitzt in seinem neuen, frisch renovierten Café an der Falknerstrasse 24 und erklärt, warum sein Bruder Sandro und er ihrem Gastro-Unternehmen diesen Namen gegeben haben: «In unserem Restaurant in der Basler Grieder-Filiale an der Eisengasse kommen italienische, hausgemachte Lieblingsgerichte auf den Tisch; viel Pasta, alles frisch und hausgemacht. Das soll auch hier nicht anders sein.»

Anders als im Restaurant steht im «i favoriti»-Café allerdings nicht Pasta, sondern das gebrühte Getränk aus Italien im Zentrum. Die Geschichte des Lokals verpflichtet schon fast dazu.

Es ist ein wahrlich kultiger Ort, den sich das Bruderpaar für den zweiten Ableger ausgesucht hat. Hier wirkte lange Zeit Claudia Danuser, heute Gastgeberin des Restaurants Kunsthalle, ehe vor acht Jahren aus ihrem «Il caffé», dem Basler Treffpunkt für Liebhaber von Kaffee, das «Ca’puccino» wurde. Und dieses wiederum im März 2020 zwecks Neuorientierung der Wirte seine Türen schloss. Kaffee und ein Hauch Italianità– das ist seit jeher Programm an der Falknerstrasse 24.

Vertrag wurde vor dem Lockdown unterzeichnet

«Nicht nur die Geschichte des Lokals hat ihren Reiz, sondern auch der Standort. Er ist einfach ideal», findet Sandro Scarpellino. Die Nähe zur Freien Strasse bedeute einen grossen Vorteil, da dort das Angebot an gutem Kaffee und Zwischenverpflegung eher klein sei. «Und die Falknerstrasse selber wird ja auch von vielen Fussgängern frequentiert. Wir spüren das bereits jetzt, es ist sehr gut angelaufen. Vergangene Woche war das Café oftmals voll besetzt.»

Eröffnet wurde das «i favoriti caffé by Grieder» anfangs Juli – in einer Zeit, in der viele Restaurants wegen der Corona-Krise um ihre Existenz bangen – und als letztes an Expansion denken würden. «Der Vertrag wurde bereits vor dem Lockdown unterzeichnet», sagt Ricardo Scarpellino dazu.

Es sei aber auch nie zur Diskussion gestanden, das Projekt trotz vieler Verzögerungen aufzugeben – in erster Linie dank der finanziellen und auch konzeptionellen Unterstützung des Teilhabers an «i favoriti»: Eine Gesellschafterin der GmbH der Brüder ist die Genfer Brunschwig Group, die in der Schweiz die rund zwei Dutzend «Bongénie Grieder»-Modehäuser führt. In jenem in Basel sind die Scarpellinos seit April 2019 mit dem Restaurant im vierten Stock eingemietet, und laut Ricardo kam die Idee, einen sehr sichtbaren Ableger mitten in der Innenstadt zu eröffnen, bei den Genfern gut an.

Vermieter kam den Brüdern mit dem Mietzins entgegen

Glück haben die Scarpellinos indes auch mit dem Besitzer der Liegenschaft an der Falknerstrasse, Andreas Düby von Düby Goldschmiede: «Eigentlich wollten wir bereits Ende April eröffnen. Da dies wegen des Lockdowns nicht möglich war, kam er uns beim Mietzins sehr entgegen. Das hat uns enorm geholfen», erzählt Ricardo. Er wisse von vielen anderen Gastronomen, ergänzt Sandro, die nicht so grosses Glück hatten und gar keine Ermässigung erhalten hätten.

Ganz unbeschadet durch die Krise sind aber auch die Scarpellinos nicht gekommen. Im Restaurant im Grieder-Modehaus sind die Umsätze deutlich zurück gegangen. «Vor dem Lockdown waren wir sehr gut unterwegs, darum tut das doppelt weh», so Ricardo. Umso mehr hoffe er, dass der Geschäftsgang des Cafés an der Falknerstrasse sich nun positiv auf das Jahresergebnis der «i favoriti»-GmbH auswirke.

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