Tourismus
Gutes Tourismus-Jahr: Basel wird bei Reisenden immer beliebter

Im Jahr 2012 verzeichnete Basel einen leichten Zuwachs an Übernachtungen – 2013 soll es sogar besser werden. Einen markanten Anstieg gab es vor allem bei Gästen aus Russland, Indien und den Golfstaaten.

Dean Fuss
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Die Logiernächte in den Hotels des Stadtkantons legten im vergangenen Jahr insgesamt um 0,2 Prozent zu.

Die Logiernächte in den Hotels des Stadtkantons legten im vergangenen Jahr insgesamt um 0,2 Prozent zu.

Juri Junkov

«Wir sind zufrieden mit dem abgelaufenen Jahr», sagt Daniel Egloff, Direktor von Basel Tourismus. 2012 verzeichneten die Hotels im Stadtkanton 1 081 907 Logiernächte. Das sind 0,2 Prozent mehr als noch im Jahr 2011. Damit konnte Basel das letztjährige Rekordergebnis sogar noch leicht steigern. In einem Jahr, geprägt von Frankenstärke und auch der Grossbaustelle bei der Messe, sei dies nicht selbstverständlich.

Basel–Paris: «TGV Lyria» bringt mehr französische Touristen

Wie stark der Basler Tourismus von möglichst direkten Verkehrsanbindungen profitiert, zeigen zwei Beispiele: So lag die türkische Millionen-Metropole Istanbul im vergangenen Jahr hinter Berlin und Paris mit 277 000 Passagieren auf Platz drei der meistfrequentierten Fluglinien am Basler Euroairport. Dazu dürfte die neue Easyjet-Linie ihren Anteil geleistet haben. Basel Tourismus freut sich entsprechend über den Zuwachs der Logiernächte von Touristen aus der Türkei um 19 Prozent. Im insgesamt rückläufigen Markt europäischer Touristen stellt Frankreich bei den Logiernächten mit einem Plus von 7,2 Prozent die Ausnahme. Grund dafür sei die neue und vor allem schnellere Zugverbindung «TGV Lyria» zwischen Basel und Paris, so Basel Tourismus. (dfs)

Weil die Zahlen von Schweiz Tourismus noch nicht vorliegen, fehlen für eine schweizweite Einordnung des Basler Logiernächte-Wachstums noch die Grundlagen. Für das ganze Land sei allerdings ein Negativ-Wachstum zu erwarten, sagt Egloff. Dafür hat sich Basel Tourismus mit den Tourismusbüros anderer Schweizer Städte ausgetauscht und Egloff ist auch in diesem Vergleich zufrieden. Zwar kann Basel nicht mit einem Wachstum wie beispielsweise Zürich (plus 4 Prozent) oder Genf (plus 0,6 Prozent) mithalten, steht aber deutlich besser da als Lausanne (minus 4 Prozent) oder Bern (minus 1,4 Prozent).

Deutsche meiden Basler Hotels

Bei den Inland-Touristen konnte Basel im abgelaufenen Jahr im Vergleich zu 2011 einen Zuwachs von 6933 Logiernächten oder 2,3 Prozent verzeichnen, währenddem dieselbe Zahl der Besucherinnen und Besucher aus dem Ausland um 0,6 Prozent rückläufig war. Vor allem die Gäste aus Europa legten sich zum Schlafen weniger in Basler Hotelbetten nieder. Im Vergleich zum Vorjahr verbuchten die Basler Hotels 17 124 Logiernächte weniger. Das entspricht einem Minus von 3 Prozent. Vor allem die Nachfrage aus Deutschland brach mit minus 8,8 Prozent regelrecht ein. «Das tut wirklich weh», sagt Egloff.

Zulegen konnten die Hotels hingegen bei den Übernachtungen von Gästen aus den boomenden Märkten Russland (plus 24,7 Prozent), Indien (plus 16,8 Prozent) oder auch aus den Golfstaaten (plus 57,9 Prozent). «Mit diesen Wachstumsmärkten sind wir sehr glücklich», sagt Egloff. Dennoch sind die hohen prozentualen Zuwächse zu relativieren, da es sich dabei um Märkte mit aktuell eher tiefem Volumen handle.

Trotz des schwachen US-Dollars nahmen auch die Logiernächte von US-Amerikanern in Basel um 2,1 Prozent zu. Dies überrascht Egloff nicht: «Amerikaner buchen Europa-Reisen. Sie besuchen dann nicht nur ein Land, sondern den gesamten Kontinent.» Weil sich der Euro auch gegenüber dem US-Dollar abgeschwächt habe, sei Europa für US-Touristen immer noch attraktiv. «Im Gesamtpaket sind für sie dann auch die höheren Schweizer Preise verkraftbar.»

Mehr Hotelbetten im Angebot

Gestiegen ist im vergangenen Jahr auch die Zahl der Hotelbetten in Basel um 1,0 Prozent auf 6478. Die Auslastung der einzelnen Zimmer hingegen sank um 0,7 Prozentpunkte auf 60,1 Prozent. Unter der Woche lag die Zimmerauslastung bei 65,9 Prozent (minus 0,6 Prozentpunkte), an den Wochenendtagen bei minus 1,1 Prozent.

Egloff erwartet 2013 Wachstum

Für das laufende Jahr zeigt sich Basel Tourismus optimistisch: Direktor Daniel Egloff erwartet bei den Logiernächten in den Hotels des Stadtkantons einen Zuwachs von ein bis zwei Prozent. Aus finanzieller Sicht spreche vor allem dafür, dass der Euro wieder stärker werde und dass die Kaufkraft in Europa durch die Inflation sinke, während diejenige in der Schweiz konstant bleibe.

Auch vom Abschluss der Bauarbeiten auf der Grossbaustelle an der Messe im Frühling erhofft sich Egloff positive Auswirkungen: «Die Lärmbelästigungen in den Hotels bei der Messe gehen dann massiv zurück.» Zudem sei die Konsumentenstimmung auch schon schlechter gewesen und die Signale aus den Fernmärkten, wie beispielsweise Indien, seien durchaus positiv.