Regierungsratswahlen

Guy Morin: «Baschi Dürr muss selbst entscheiden, ob er auf tutti gehen will»

Guy Morin spricht im Interview über die Zwischenresultate

Guy Morin spricht im Interview über die Zwischenresultate

Nachdem die ersten Stimmen ausgezählt sind, zeigt sich dass Guy Morin zwar als Regierungsrat wiedergewählt wurde, jedoch als Regierungsratspräsident nicht das absolute Mehr erreichte. Trotzdem ist er zufrieden mit den ersten Resultaten.

Guy Morin, als Regierungsrat haben Sie das absolute Mehr erreicht, aber als Regierungsratspräsident verpasst. Was überwiegt nun? Die Freude oder die Enttäuschung?

Guy Morin: Ich bin sehr erleichtert, dass ich als Regierungsrat gewählt bin. Dass es für das absolute Mehr für das Regierungspräsidium enger wird, wusste ich. Da haben sich ja fünf Kandidaten für einen Sitz bereit gestellt. Dass sich deshalb die Stimmen stärker verteilen, war klar. Dass ich auf den zweitplatzierten Baschi Dürr etwa 7500 Stimmen Vorsprung habe, ist aber ein deutliches Votum.

Warum hat es ihnen denn nicht gereicht?

Es ist knapp geworden. Das liegt daran, dass sich so viele Kandidaten für diesen Sitz bereit gestellt haben. Hätte es für jeden Sitz so viele Kandidaten gegeben, wären 35 Personen für die Regierungswahl angetreten. Das wichtige ist doch, dass ich einen klaren Vorsprung habe.

Würden Sie Baschi Dürr raten, für den zweiten Wahlgang gar nicht mehr anzutreten?

Er muss selber entscheiden, ob er jetzt auf tutti gehen will oder nicht. Dass Eva Herzog, Christoph Brutschin, Hanspeter Wessels und ich zu viert gewählt sind, zeigt, dass die Mehrheitsverhältnisse klar sind. Auch Emmanuel Ullmann muss entscheiden, ob er nochmals antritt. Jetzt müssen sich die anderen Parteien absprechen. Ich jedenfalls kann guten Mutes in einen zweiten Wahlgang gehen.

Sie galten vor den Wahlen als der grösste Wackelkandidat. Jetzt erzielten Sie noch mehr Stimmen als etwa Christoph Eymann. Sind Sie beliebter als die Journalisten das wahrhaben wollen?

Das zeigen jedenfalls die Rückmeldungen, die ich bekomme. Auch hier: Dass es mich Regierungswahlkampf hinuntergezogen hat, ist auf den Wahlkampf zurückzuführen. Um die Sitze von Eva Herzog, Christoph Brutschin und Hanspeter Wessels hat sich ja gar niemand beworben. Die waren gesetzt. Für mich wichtig ist, dass ich den ersten Sitz gemacht habe.

Haben Sie denn überhaupt noch Lust, weiter Wahlkampf zu betreiben?

Bei dieser guten Ausgangslage schon. Aber jetzt müssen wir erst mal bis am Mittwoch warten, was die anderen Parteien entscheiden. Vielleicht findet ja gar kein Wahlkampf mehr statt.

Wie haben Sie rückblickend den Wahlkampf erlebt? Sie wurden ja relativ heftig angegriffen.

Das gehört dazu. Dem Wahlkampf hat das ein bisschen Profil gegeben. Ich hatte das Gefühl, dass ich meine Person zum Ausdruck bringen und meine Anliegen darlegen konnte. Die Leute wissen, wer ich bin und was ich will. Es wurden ja alle bisherigen Regierungsräte gewählt. Die Leute wollen Kontinuität.

Man hat aber stark auf die Person Guy Morin gespielt und nicht auf ihre Themen.

Es war ein Personenwahlkampf. Beim Präsidium geht es ja um die Person. Ich für mich habe ein gutes Gefühl, denn ich habe einen guten Leistungsausweis.

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