Grüne
Guy Morin tritt mit Applaus für die Grünen als Regierungsratskandidat an

Beim Auftakt zu seinem Wahlkampf hatte der Basler Regierungspräsident Guy Morin gestern Abend leichtes Spiel: Seine Partei nominierte ihn diskussionslos für eine Kandidatur als Regierungsrat und -präsident.

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Guy Morin hatte leichtes Spiel.

Guy Morin hatte leichtes Spiel.

Die Grünen verzichteten auf eine Abstimmung: Sie schickten Morin mit warmem Applaus ins Rennen. Co-Präsidentin Mirjam Ballmer lobte den ersten grünen Basler Regierungsrat in den höchsten Tönen: «Guy Morin gibt Basel ein kompetentes Gesicht.»

Möglichst überall präsent sein

Sein Ziel bestehe nicht darin, dass sich jede und jeder von ihm vertreten fühle, sagte Morin. Das sei nicht realistisch. «Eine grosse Mehrheit soll sich aber mit mir als Regierungspräsident identifizieren können.» Deshalb möchte er an möglichst vielen unterschiedlichen Anlässen präsent sein. «Täglich lehne ich etwa zehn Einladungen ab», veranschaulichte er die Fülle an Anfragen. Ein grosser Teil seiner Arbeit werde nicht wahrgenommen: «Ich interveniere täglich bei meinen Regierungskollegen, um unsere Arbeit zu koordinieren.» Das gelinge gut: «In der Regierung streiten wir teilweise heftig. Gegen aussen treten wir aber als Einheit auf.»

Weiter haben die Grünen beschlossen, auf einer gemeinsamen Liste mit Basta und den jungen Grünen rund 40 Kandidaten für den Grossen Rat aufzustellen. Einige prominente Neuantretende: Ex-Nationalrätin Anita Lachenmeier, WWF-Geschäftsführer Jost Müller Vernier oder Monika Hungerbühler, Leiterin der Frauenstelle der römisch-katholischen Kirche.

Stimmfreigabe zu Steuersenkung

Kontrovers diskutiert haben die Grünen einzig über die Senkung der Unternehmenssteuern. Aus Sicht von Ex-Parteipräsident Jürg Stöcklin erweisen sich die Linken mit dem Referendum einen Bärendienst: «Wir vergeben die Chance, zu betonen, dass die rot-grüne Regierung eine sehr gute Finanzpolitik betreibt.» Stöcklin kritisierte auch das Abstimmungsplakat: «Der Zustand der Baselbieter Finanzen hat nichts direkt mit den Unternehmenssteuern zu tun.» Mit Unterstützung von Guy Morin erreichte er einen Teilerfolg: Mit 15 zu 7 Stimmen beschlossen die Grünen Stimmfreigabe, nachdem zuvor eine hauchdünne Mehrheit für ein Nein zur Steuersenkung gestimmt hatte. (öpf)