Dann eben nicht. Guy Morin verzichtet nun doch auf eine Kandidatur für die Nationalratswahlen vom Herbst 2019. Noch im vergangenen Sommer hatte der ehemalige Basler Regierungspräsident Interesse signalisiert. Nachdem der Vorstand der Basler Grünen der Parteibasis aber zwei andere Kandidaten empfohlen hatte, zog Morin seine interne Kandidatur zurück. Das gab der 61-Jährige an der Parteiversammlung vom Dienstag Abend bekannt.

«Ich hatte nie wirklich Ambitionen auf ein Nationalratsmandat», verriet Morin. Er habe immer nur helfen wollen, den Sitz von Basta-Nationalrätin Sibel Arslan zu verteidigen. Denn das Mandat der Bündnispartnerin sei sowohl von links wie von rechts hart umkämpft. «Es müssen deshalb die Besten auf die Liste, wir haben keine Zeit, erst jemanden aufzubauen», betonte Morin. «Der Vorstand ist zu einem anderen Schluss gekommen, das habe ich zu akzeptieren.»

Steinle und Thommen

Zum Handkuss gekommen und als Nationalratskandidaten nominiert worden sind stattdessen Parteisekretär Oliver Thommen (29 Stimmen) sowie Grossrätin Lea Steinle (30 Stimmen), die sich erst während der Versammlung spontan um einen Listenplatz beworben und für einen verdutzten Parteipräsidenten Harald Friedl gesorgt hatte. Steinle hatte erst vor kurzem national für Schlagzeilen gesorgt, weil sie mit ihrem Baby aus dem Grossratssaal verwiesen worden war. Mit 24 Stimmen als Überzähliger landete Grossrat Thomas Grossenbacher auf dem dritten Platz. In der geheimen Wahl erhielt Morin dann nur noch eine einzige Stimme.

Wie schon in den vergangenen Jahren ziehen die Basler Grünen gemeinsam mit der Basta in den Nationalratswahlkampf. Neben den beiden grünen Kandidaten wird die Fünfer-Liste komplettiert von der amtierenden Basta-Nationalrätin Sibel Arslan, Basta-Co-Präsidentin und Grossrätin Tonja Zürcher sowie von Jo Vergeat vom Jungen Grünen Bündnis. Vor den Grünen zeigte sich Arslan kämpferisch und überzeugt, ihren Sitz verteidigen zu können.