Abstimmung
Guy Morin: «Wir wollen auch bezahlbaren Wohnraum fördern»

Regierungspräsident Guy Morin ist froh darüber, dass das Stimmvolk die Wohnraumförderpolitik der Regierung stützt. Allerdings wird es dauern, bis das Gesetz wirkt.

Matthias Zehnder
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Das Lachen der Sieger: die Regierungsräte Hans-Peter Wessels und Guy Morin, dahinter René Brigger (SP).

Das Lachen der Sieger: die Regierungsräte Hans-Peter Wessels und Guy Morin, dahinter René Brigger (SP).

Juri Junkov

Herr Morin, das Basler Stimmvolk hat die Initiative überraschend deutlich bachab geschickt – wie interpretieren Sie dieses deutliche Resultat?

Guy Morin: Ich bin sehr froh, dass die Stimmbevölkerung die Wohnraumförderpolitik von Regierung und Grossrat unterstützt. Wir haben den Akzent darauf gelegt, dass neue Wohnungen gebaut werden sollen und zwar Wohnungen in allen Preiskategorien. Mit der Unterstützung des gemeinnützigen Wohnungsbaus wollen wir auch bezahlbaren Wohnraum fördern. Das ist von der Bevölkerung gestützt worden und kommt gerade auch in der eindeutig beantworteten Stichfrage deutlich zum Ausdruck.

Die Initianten haben argumentiert, wenn der Gegenvorschlag angenommen werde, dann würde günstiger Wohnraum abgebrochen und es gebe spekulative Bauten mit teuren Wohnungen.

Es werden neue Wohnungen gebaut, ja, aber entsprechend der Nachfrage. Und das gibt die Garantie, dass die Mietzinsen eher stabil bleiben und nicht so steigen, wie das etwa in Zürich, in Genf oder im Kanton Zug der Fall ist. Wichtig ist, dass wir der Nachfrage entsprechen können, dass also in Basel etwa 400 neue Wohnungen pro Jahr entstehen, dann ist die Garantie am grössten, dass bezahlbarer Wohnraum entsteht. Indem wir den gemeinnützigen Wohnbau unterstützen, insbesondere die Wohnbaugenossenschaften und Stiftungen, können wir auch dafür sorgen, dass günstige Wohnungen entstehen.

Sie können es also nicht ganz dem Markt überlassen und müssen doch etwas nachhelfen?

Ja, das ist wichtig, da hat die Regierung einen Akzent gesetzt. Der Markt allein würde vielleicht doch Kosten treiben wirken. Der gemeinnützige Wohnungsbau schafft familienfreundlichen und günstigen Wohnraum. Das Projekt der Stiftung Habitat auf dem Erlenmatt-Areal ist ein Modell-Beispiel, wie sozialer Wohnungsbau modern umgesetzt werden kann.

Der Leerwohnungsbestand in Basel liegt bei 0,3 Prozent. Wie hoch ist er in einem Jahr?

Wir hoffen sehr, dass er stabil bleibt, aber dafür müssen neue Wohnungen entstehen.

Wenn der Leerwohnungsbestand stabil bleibt, dann ist das schon ein Erfolg?

Ja, das ist bei einem Bevölkerungswachstum von 1000 bis 1200 Personen pro Jahr bereits ein Erfolg.