Kaffeerösterei

Haenowitz&Page: Basels Antwort auf George Clooney

Reto Häner macht mit seinem Angebot George Clooney und Nespresso Konkurrenz.

Reto Häner macht mit seinem Angebot George Clooney und Nespresso Konkurrenz.

Die Kaffeerösterei Haenowitz&Page bietet ausschliesslich Kaffee aus Direct Trade an. Das heisst, das Geld geht direkt an die Kaffeebauern, ohne einen Zwischenhändler. Die Kaffeerösterei versteht sich als Gegentrend zur Weltmarke Nespresso.

«Das ist ein ecuadorianischer. Der hat eine Zartbitterschokoladen-Note und schmeckt eher süsslich», sagt Reto Häner und stellt mir eine Tasse Espresso auf den Tisch. Häner führt zusammen mit seiner Freundin Dina Horowitz und seinem Kollegen James Page die Kaffeerösterei Haenowitz&Page an der Säntisstrasse im Gotthelfquartier.

Im November vor einem Jahr eröffneten die drei die jüngste Rösterei Basels in einer ehemaligen Gipser- und Malerwerkstatt. Heute ist die Rösterei individuell eingerichtet. «Darauf haben wir grossen Wert gelegt. Wir wollten, dass der Raum Charme hat und ein Wohlfühl-Ambiente bietet», erklärt Häner.

Das Hobby als Nebenberuf

Beim Treffen in der Rösterei fehlen Horowitz und Page, die beiden sind an der Arbeit, denn «wir arbeiten alle 100 Prozent. Die Rösterei betreiben wir nur nebenbei.» Weil Häner, Horowitz und Page in ihren Berufen als Bauleiter, Psychologin und IT-Supporter stark eingespannt sind, hat Haenowitz&Page nur samstags von 11 bis 15 Uhr geöffnet. «Dann ist es aber immer voll», sagt Häner stolz und fügt an: «Die Leute kommen zu uns, um zusammen zu sein, zu quatschen und einen Kaffee zu geniessen.» Kaufwillige Kunden dürfen die verschiedenen Sorten vor Ort probieren. Das läuft unter der Kategorie «Degustation», da für den bezahlten Ausschank eine Gastro-Bewilligung eingeholt werden müsste. Geniessen kann man den Kaffee ausserdem in der Kaffeebar Saint Louis und an einem Stand in der Markthalle, die beide ihre Bohnen beim lokalen Röster beziehen.

Entstanden ist die Idee für die Mikrorösterei hauptsächlich in Häners Gehirnwindungen: «Als ich noch jünger war, habe ich hobbymässig zu Hause für meine Mutter und Kollegen Kaffee geröstet. Irgendwann habe ich mir dann überlegt, ob das Ganze nicht auch in einem grösseren Stil möglich wäre.» So hat alles seinen Anfang genommen. Der Business-Plan wurde am Flughafen auf dem Weg in die Ferien nach Boston erstellt. Anfang dieses Jahr stiess noch Philipp Roth zum Team.

«Wir kennen keine Kompromisse»

Haenowitz&Page bietet ausschliesslich Kaffee aus Direct Trade an. Auf gut Deutsch: Das ganze Geld geht direkt an die Kaffeebauern in Guatemala, Ecuador, Honduras und Brasilien, ohne einen Zwischenhändler zu involvieren. «Das ist unsere Firmenphilosophie, da kennen wir keine Kompromisse. Die ganze Kette der Beteiligten muss zufrieden sein, niemand soll bluten müssen, weder die Bauern, wir, noch die Endkonsumenten», erklärt Häner.

Der Kaffee der Basler Rösterei ist mit fast 50 Franken pro Kilo zwar teurer als normaler Ladenkaffee, dafür ist der Kaffee «top Qualität auf hohem Niveau» wie Häner sagt. Das Team sieht die Produkte als Gegentrend zum boomenden Nespresso-Kapsel-System. Eine Basler Kaffeerösterei als Antwort auf den mit George Clooney werbenden Grossproduzenten? Na klar, what else?

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