Am Freitag doppelte die SP am Freitag nach und verschickte eine zweite Medienmitteilung mit Forderungen zum Bericht der Geschäftsprüfungskommission (GPK) zu den Missständen bei den BVB.

Der Hintergrund: Mehrere Parteimitglieder hatten bemängelt, dass die Stellungnahme am Donnerstag nach Erscheinen des Berichtes zu zahm daher gekommen ist.

«SP fordert klare Verbesserungen für das Personal» lautete am Freitag der Titel, am Vortag hiess es noch: «Service Public muss besser funktionieren!»

«Wir wollten nochmals deutlich machen, was unser Punkt ist», sagt Parteipräsident Pascal Pfister. Auffallend ist der schärfere Ton in der aktualisierten Medienmitteilung.

Am Donnerstag schaffte die Parteispitze das Kunststück, eine einseitige Pressemitteilung zu verfassen, ohne den Namen Wessels einmal zu nennen. Am Freitag tönte es anders: «Regierungsrat Hans-Peter Wessels ist gefordert, in der Eignerstrategie klipp und klar den finanziellen Rahmen zu definieren und die Einhaltung dessen auch durchzusetzen.»

«Bin enttäuscht»

Auch parteiintern wächst die Kritik am eigenen Regierungsrat. Entgegen der Aussage von Wessels, er fühle sich von der Partei getragen, mehren sich die kritischen Stimmen.

Am deutlichsten wird Toya Krummenacher. Die SP-Grossrätin hatte schon am Donnerstag als Gewerkschaftssekretärin des VPOD geschrieben: «Hans-Peter Wessels ist als für die BVB zuständiger Regierungsrat nicht länger tragbar.» Auch mit den gestrigen Erklärungsversuchen des Bau- und Verkehrsdirektors ist Krummenacher nicht zufrieden: «Ich bin als Gewerkschafterin enttäuscht – von Sozialdemokratin zu Sozialdemokrat.»

Daneben mehren sich in der SP die Stimmen, die fürchten, dass die Dauerkritik rund um den Bau- und Verkehrsdirektor auch der Partei schaden könnte. «Die Dienstwagen-Affäre rund um Baschi Dürr ging auch nicht spurlos an der FDP vorbei», sagt eine Grossrätin. Entscheidend sei nun, was in den nächsten Wochen passiere.