Herr Gass, in welchem Zustand übergeben Sie das Justiz- und Sicherheitsdepartement?

Hanspeter Gass: Ich übergebe es in einem sehr guten Zustand. Die Zusammenführung von Justizdepartement und Sicherheitsdepartement wurde im Rahmen der Verwaltungsreform erfolgreich umgesetzt. Heute merkt man nicht mehr, dass dies einmal zwei Departemente waren. Die Finanzen haben wir im Griff und die örtliche Konzentration am Hauptsitz Spiegelhof ist vollzogen.

Welche grossen Geschäfte stehen für Sie noch an?

Die Umsetzung der Ökologisierung der Motorfahrzeugsteuer steht per 1. Januar 2013 an. Die Ausführungsbestimmung zum beschlossenen Feuerwehrgesetz werde ich demnächst dem Regierungsrat unterbreiten. Die neuen Bestimmungen zur verdeckten Fahndung und Ermittlung befinden sich bei der vorbereitenden Grossratskommission. Ich hoffe, dieses letzte grosse Geschäft noch im Januar im Parlament zum Abschluss zu bringen.

Trotzdem hinterlassen Sie doch im Wortsinn eine Baustelle?

Richtig – es wird Baustellen geben. So werden der Spiegelhof erdbebenertüchtigt und die beiden Einsatzzentralen der Polizei zusammengelegt. Das muss bei laufendem Betrieb stattfinden. Auch der Standort Hebelstrasse, wo die Sanität zu Hause ist, muss erdbebentauglich gemacht werden. Die Erweiterung des Gefängnis Bässlergut befindet sich in der Projektierungsphase.

Welche Projekte warten auf Ihren Nachfolger?

Das neue Arbeitszeitreglement der Berufsfeuerwehr ist noch beim Appellationsgericht hängig. Auf meinen Nachfolger warten zudem die Umsetzung der Parkraumverordnung sowie jene des Konkordats über die privaten Sicherheitsfirmen. Das «Hooligankonkordat» sollte gemäss Fahrplan der Justiz- und Polizeidirektorenkonferenz im ersten Semester 2013 ratifiziert werden, was ich aufmerksam verfolgen werde. Eine «grosse Kiste» für meine Nachfolge dürfte das neue Gerichtsorganisationsgesetz sein, für das wir wesentliche Vorbereitungsarbeit geleistet haben.

Was braucht Ihr Nachfolger in diesem Amt?

Standvermögen! Man kann es machen, wie man will: Es werden nie alle zufrieden sein. Viele unserer Themen sind eher auf der Schattenseite des Lebens angesiedelt. Trotzdem greift der Blick auf die Kriminalstatistik zu kurz. Unter dem Titel Leistungsbilanz möchte ich daran erinnern, dass unsere Blaulichtorganisationen Zigtausenden Menschen helfen oder sogar Leben retten und dass andere Bereiche des Departements jährlich Zigtausende Dienstleistungen erbringen – dies zur vollen Zufriedenheit unserer Einwohner. Es ist die alte Frage nach dem halb vollen und dem halb leeren Glas.