Breitensport

Harter Beton-Boden – Neubau der Joggelihalle macht Sport-Veranstaltern Probleme

Der Bau der Unterlage in der St. Jakobshalle bedeutet einen Spagat zwischen unterschiedlichsten Bedürfnissen.

Die St. Jakobshalle erhält mit dem Umbau einen Betonboden. Für Sportveranstaltungen böte sich dann die Möglichkeit einer mobilen dämpfenden Unterlage. Unklar ist aber, wer diese bezahlen soll. Das stellt Sport-Veranstalter vor Probleme.

Nicht nur äusserlich ist einiges anders an der neuen St. Jakobshalle. Auch das Innere verändert sich mit dem Umbau. So bestätigt der Basler Erziehungsdepartements-Sprecher Simon Thiriet am Dienstag ein Gerücht, welches Basler Sportfans schon länger feilbieten: Die St. Jakobshalle erhält einen Betonboden.

Das erleichtert Veranstaltern von Konzerten oder anderen Events künftig den Betrieb. Bislang war der Boden mehr auf den Sport ausgerichtet. Nun ist es aber nicht so, dass sich Handballer und Badminton-Spieler wie einst auf ganz hartem Pflaster messen müssen. «Künftig wird in der Halle während den Anlässen ein zusätzlicher Belag auf den bestehenden Hallenboden montiert», schreibt Thiriet auf Anfrage. Die bis anhin stattfindenden Breitensportbelegungen könnten aber alle auch auf diesem Boden durchgeführt werden.

Mobile Unterlagen, genau auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten, sind bei Veranstaltern ganz grosser Sport-Events Pflicht. Doch schon in der mittleren Klasse der Wettkämpfe ist Improvisationstalent gefragt.

Christian Wackernagel organisiert das Badminton Swiss Open; das Turnier lockt jährlich rund 18'000 Zuschauer an. Bislang brachte er eigene Dämpfungsmatten in die Halle, wenn auch nicht gleich einen eigenen Boden. Das hat ihm auch schon die Kritik des Weltverbands eingetragen, wie er gegenüber der bz sagt.

Ein mobiler Sportboden brächte gleich mehrere Probleme mit sich: Zum einen dauere der Aufbau «zirka vier bis fünf Stunden», zudem biete die St. Jakobshalle derzeit gemäss Wackernagel «nicht genügend Platz für die Lagerung». Und dann sei auch die Kostenfrage noch nicht geklärt. Denn bislang hätten die Signale der Verwaltung nicht darauf hingedeutet, dass der Kanton die Anschaffung eines mobilen Sportbodens übernehme. «Vielleicht ergibt sich eine Möglichkeit über den Swisslos-Sportfonds», sagt Wackernagel.

WM, Breitensport, Konzerte

Die Zeit drängt. Nicht nur wegen der Swiss Open 2019 vom nächsten Februar. Im Sommer 2019 richtet sich der Fokus der gesamten Badminton-Szene auf Basel. Im August beginnt die Badminton-Weltmeisterschaft. Gerechnet wird mit rund 25'000 Zuschauern während sieben Tagen, die für 15'000 zusätzliche Hotelübernachtungen sorgen sollen.

Das bereitet Wackernagel derzeit Kopfschmerzen, denn er weiss: «Dann wird der Weltverband den Boden genau anschauen.» Aktuell finden deshalb Sitzungen statt. Beteiligt sind nicht nur das Basler Sportamt, sondern auch die Betreiber der St. Jakobshalle. Immerhin sagt Wackernagel: «Die Gespräche laufen gut, alle sind an einer raschen Lösung interessiert.»

Für SP-Grossrat Thomas Gander stellen sich dennoch einige Fragen. Er sieht den Breitensport in Gefahr, für den es sich jeweils nicht lohne, den teuren Sportteppich auszurollen. «Dass der Breitensport stattfinden kann, muss auch in Zukunft gewährleistet sein», sagt Gander. Insbesondere Veranstalter kleinerer Turniere hätten Sorge, dass sie in Zukunft nicht mehr zum Zug kommen werden.

«Kleinere Turniere haben wir in der grossen Halle ohnehin praktisch nie. Durch den Ausbau unserer Sporthallen gehen wir eher davon aus, dass wir das Sportangebot in den nächsten Jahren ausbauen können», meint hingegen Thiriet. Derzeit sei die Auslastung der Halle wegen des Umbaus «natürlich nicht wie in anderen Jahren». Und Thiriet räumt ein: «Wir haben aber ganz allgemein das Interesse, dass auch in der St. Jakobshalle Breitensport stattfinden kann. Hier tüfteln wir noch an der optimalen Variante, die dann für alle Seiten funktioniert.

Meistgesehen

Artboard 1