Pollenallergie
Haselpollen plagen Allergiker – wegen frühlingsähnlichen Temperaturen

Aufgrund der warmen Temperaturen leiden Heuschnupfen-Patienten schon im Januar. Denn die Haselpollen fliegen bereits jetzt durch die Luft. Besonders empfindliche Allergiker reagieren allerdings schon auf die kleine Belastung, die zurzeit herrscht.

Céline Feller
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Zwei Monate zu früh: der Hasel blüht dieses Jahr bereits im Winter.Alamy

Zwei Monate zu früh: der Hasel blüht dieses Jahr bereits im Winter.Alamy

Alamy

Während es in Nordamerika so bitterkalt ist wie seit Jahrzehnten nicht mehr, erlebt unsere Region einen äusserst milden Winter. Was viele freut, ist für Allergiker eine Tortur: ihre Leidenszeit mit triefender Nase und tränenden Augen beginnt aufgrund der frühlingsähnlichen Temperaturen dieses Jahr viel früher als gewohnt.

Heuschnupfen gibt es dieses Jahr also bereits im kalendarischen Winter. Verursacht wir das Leiden durch Haselpollen, die bereits durch die Luft fliegen. Der Hasel löst zusammen mit Erle, Esche, Birke, Gräsern und Beifuss rund 95% aller Pollenallergien in der Schweiz aus.

Die normale Hauptblütezeit der Haselpollen liegt meist zwischen Ende Februar und Mitte März, ist aber jeweils von den aktuellen Temperaturen abhängig und unterscheidet sich - wenn auch nur geringfügig - jedes Jahr.

Pollenflug bereits seit Donnerstag

Wie Regula Gehrig, Biometeorologin bei Meteoschweiz, bestätigt, fliegt der allergieerregende Blütenstaub laut Prognosemodellen in der Region Basel bereits seit Donnerstag. Genaue Resultate der Pollenmessungen liegen aber nur bis zum vergangenen Sonntag vor.

«Die Belastung ist zurzeit noch gering. Es ist keineswegs so, dass sämtliche Haselkätzchen aufgrund der milden Temperaturen bereits aufgegangen sind. Nur vereinzelt haben sie sich geöffnet und Pollen freigesetzt, der Grossteil ist aber noch zu» führt Gehrig aus. Für besonders empfindliche Allergiker reicht aber schon die relativ kleine Belastung, um die Nase zum triefen zu bringen. In Basel gibt es neben Haselsträuchern auch noch Haselstauden. Ob diese Tatsache jedoch den verfrühten Heuschnupfen noch verstärkt, bezweifelt Stadtgärtner Emanuel Trueb.

Neben Basel ist auch die Region Genf betroffen. Auch in der zweitgrössten Stadt der Schweiz leiden Heuschnupfen-Geplagte bereits seit Donnerstag unter den Folgen der blühenden Haselkätzchen.

Verschnaufpause in Sicht?

Durchatmen könnten Allergiker, wenn der Winter die Region doch noch erreichen sollte. «Danach sieht es momentan nicht aus. Anfang nächster Woche wird es zwar etwas kühler, ein richtiger Temperaturabsturz ist aber nicht absehbar», prognostiziert Gehrig.

Mehrheitlich versprechen die Wetterprognosen weiterhin milde Temperaturen. Die kleine Abkühlung zu Beginn der kommenden Woche könnte, so Gehrig, zwar einen kurzen Entwicklungs-Stopp auslösen, wirklich durchatmen ist für die rund 20 Prozent der Bevölkerung, die an einer Pollenallergie leiden, aber nicht angesagt.

Kein gravierendes Problem mit der ausserordentlich warmen Situation scheint die Basler Flora zu haben. «Die Natur kann mit diesem Phänomen sehr gut umgehen. Sie hat eine grosse Anpassungsfähigkeit. Man muss die ganze Situation auch etwas relativieren. Auch wenn einige Teile der Natur schon auf Frühling eingestellt sind, richtet sich die Natur auch nach der wichtigen Tageslichtlänge, und da ist es noch immer Winter. Daher ist die verfrühte Wärme für die Pflanzen wahrscheinlich kein Problem», erklärt Trueb.