Seit dieser Woche ist am Bethesda-Spital in der Frauenabteilung auch das Team des Bruderholz-Spitals tätig. Die dortige Abteilung wurde geschlossen. Das Kantonsspital Baselland und das Bethesda betonen, dass die Kapazitäten genügten. Grossrätin Heidi Mück (Grünes Bündnis) traut dem Frieden nicht und formulierte eine Interpellation mit acht Fragen.

Ein Problem ergebe sich daraus, dass das Bethesda-Spital keine Risikogeburten betreue (zum Beispiel Kindgewicht unter zwei Kilo, Frühgeburten vor der 34. Schwangerschaftswoche). Das Bethesda habe eine Kaiserschnitt-Rate von über 45 Prozent. Und dabei übernehme dieses Spital keine Risikogeburten. Die Kaiserschnitt-Quote habe 2009 in der Schweiz bei 32,4 Prozent gelegen.

Spital hat mehr Verantwortung

Die Medienstelle des Spitals erklärt auf Anfrage, das Bethesda-Spital habe bisher keinen Einfluss auf die Art der Geburten nehmen können. Das Belegarztsystem sieht vor, dass der Entscheid für oder gegen einen Kaiserschnitt zwischen der werdenden Mutter/den werdenden Eltern und dem Belegarzt gefällt wird. Wenn Geburten durch Klinikärzte des Bethesda-Spitals begleitet werden, stehe das Spital hingegen in voller Verantwortung.

Mück fragt, wie der Regierungsrat gedenke, die Grundversorgung in der Geburtshilfe sicherzustellen und ob das Team im Bethesda jetzt vollständig sei? Gäbe es genug Überwachungsbetten für Neugeborene? Und wie steht es mit Risikogeburten? Weitere Fragen hat sie zum Vertragsverhältnis der Belegärzte und dem Bethesda-Spital. Es sei dem Nicht-Beleg-Personal untersagt, bei Patientinnen von Belegärzten zu intervenieren.

Das Bethesda relativiert: Es sei sichergestellt, dass die Patientinnen grundsätzlich vom behandelnden Arzt betreut würden, da dieser in der Verantwortung stehe. Seit dem Start der Frauenklinik stehe ein 24-Stunden-Notfalldienst in den Disziplinen Gynäkologie und Geburtshilfe zur Verfügung.