Basel
Hat die Polizei Ihr Velo eingesammelt? Erzählen Sie uns Ihre Geschichte

In der Stadt sind sie immer wieder ein Thema: die Velos, die von der Polizei eingesammelt werden. Einige regen sich über die herumstehenden, herrenlosen Velos auf. Andere bemängeln, die Polizei sammle die Velos zu rigoros ein. Wie siehts bei Ihnen aus? Diskutieren Sie mit.

Nadine Böni
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Herrenlose Velos und Sammewagen der Basler Polizei.

Herrenlose Velos und Sammewagen der Basler Polizei.

key/Kapo BS

Der Anrufer klingt besorgt. Er erkundet sich bei der Sammelstelle nach seinem vermissten Velo. Er habe es verbotenerweise an einen Baum gekettet und jetzt sei es nicht mehr da. Er wisse, dass die Polizei gesetzeswidrig parkierte Velos jeweils mitnehme. Marke, Farbe und Rahmennummer kann er angeben. Aber Peter Kolb, Leiter der Basler Sammelstelle muss den Anrufer enttäuschen. Das Velo wurde trotz Kette gestohlen.

Es ist dies eine von vielen Geschichten, die Kolb von seiner Arbeit in der Sammelstelle erzählen kann. Über 25 000 Velos hat die Basler Polizei in den letzten zehn Jahren in der Stadt eingesammelt. Velos, die falsch parkiert waren. Oder Velos, die schlicht nicht mehr als fahrtauglich eingestuft wurden. Seit Anfang Jahr markiert die Polizei die Velos, bevor sie mitgenommen werden. Stehen sie zehn Tage später immer noch am selben Ort, kommen sie ins Lager der Sammelstelle beim Zeughaus und werden dort katalogisiert. Nur so kann die Sammelstelle garantieren, dass die Besitzer, die sich melden, ihre Velos auch wieder finden. In der über 500 Quadratmeter grossen Sammelstelle stehen jeweils einige hundert Zweiräder.

30 Einsprachen in zehn Jahren

Die Besitzer, die ihre Velos nicht in den ersten drei Tagen abholen, haben eine Gebühr von 35 Franken für die Sicherstellung sowie allfällig eine Busse von 20 Franken für gesetzwidriges Parkieren zu bezahlen. Jeder weitere Tag kostet zudem drei Franken. Holt ein Besitzer sein Velo also nach zwei Monaten bei der Sammelstelle ab, so zahlt er rund 230 Franken. «Darüber regt sich der eine oder andere auf», sagt Kolb. In den zehn Jahren seit der Eröffnung der Sammelstelle seien aber nur rund 30 Einsprachen eingegangen. «Angesichts der Anzahl Velos ist das nicht viel.»

Das Thema sorgt allerdings immer wieder für Diskussionen. Die einen regen sich über die Velos auf, die herumstehen. Andere bemängeln, dass die Zweiräder von der Polizei zu rigoros eingesammelt würden. Das tatsächliche Interesse an den eingesammelten Velos ist allerdings beschränkt. Nur für jedes fünfte Velo meldet sich nämlich tatsächlich ein Besitzer. In den letzten zehn Jahren blieben so rund 19 000 Velos stehen, vom Damenvelo mit Kindersitz, über das teure Bike bis hin zum rostigen Göbbel. Nach drei Monaten in der Sammelstelle wird entschieden, was mit den Velos passiert. Sie werden - je nach Zustand - entweder verschrottet, versteigert oder für wohltätige Zwecke gespendet.

Für Kolb ist unverständlich, weshalb für die Velos das alte Sprichwort «Aus den Augen, aus dem Sinn» gilt. «Vielleicht entsorgen die Leute ihre alten Velos so», sagt er. «Oder der Aufwand ist zu gross, um das günstig erstandene Velo zurück zu bekommen» Aber auch eine andere Geschichte bekommt er immer wieder zu hören: «Dass das Velo an einem Ort gestohlen und dann an einem anderen Ort abgestellt wurde», sagt Kolb.

Wurde auch Ihr Velo schon einmal von der Polizei eingesammelt? Schreiben Sie uns Ihre Geschichte ins Kommentarfeld.