Die Stadt Winterthur will sich zu ihrem 750-Jahre-Jubiläum in zwei Jahren reich beschenken. Ein Freundschaftsspiel der lokalen Fussballtruppe gegen den grossen FC Barcelona soll es sein. Die Ballzauberer Messi, Xavi und Iniesta auf der Schützenwiese – das ist der Traum. Die Gespräche mit dem katalanischen Klub seien fortgeschritten, sagt Stadtpräsident Ernst Wohlwend.

In Barcelona ein Held

«Wir wollen mit dem Spiel einen der berühmten Söhne der Stadt ehren», so Wohlwend. Hans Gamper heisst der berühmte Sohn. Er wurde 1877 in Winterthur geboren und gründete im Alter von 22 Jahren den FC Barcelona. Gamper ist eine Klublegende. Noch heute trägt der FC Barcelona jährlich in seinem Namen ein Turnier aus.

Hans Gamper – der Name dürfte auch Fussballfans in Basel ein Begriff sein. Gerne und oft erzählt wird die Legende rund um die Klubfarben des hiesigen und des katalanischen FCB. Bevor er nach Barcelona zog, machte Gamper auf seinen Reisen als Kaufmann auch in Basel Geschäfte. In zwei Spielen kickte Gamper für den FC Basel. Vom Klub soll er so angetan gewesen sein, dass er bei der Gründung des FC Barcelona auf die Klubfarben rot und blau bestand.

Wie hoch der Wahrheitsgehalt der Legende ist, ist bis heute umstritten. So gibt es auch Versionen, in denen Gamper die Farben von seinem Stammverein, dem FC Excelsior Zürich, übernimmt. Oder vom Kanton Tessin, wo angeblich seine Schwester lebte. Der Winterthurer Stadtpräsident Wohlwend kennt die Basler Legende jedenfalls nicht. Dass sich die Basler betupft fühlen, weil die Winterthurer Hans Gamper für sich beanspruchen, glaubt er nicht. «Im Gegenteil: Ich denke, alle würden sich freuen, wenn das mit dem Gastspiel klappt.» Der Basler Vizestaatsschreiber Marco Greiner bestätigt: «Das wäre doch eine tolle Sache.»

Erinnerungen an das 0:5

Im September soll eine Entscheidung fallen, ob 2014 tatsächlich die Superstars in Winterthur kicken. Möglich ist, dass der FC Barcelona nicht die erste Mannschaft schickt. Aber auch ein Nachwuchs-Team würden die Winterthurer nur zu gerne empfangen. «Die Favoritenrolle läge auch dann nicht beim FCW», weiss Wohlwend. Greiner sieht es ähnlich: «Wir drücken dem FCW die Daumen, dass es nicht so schlimm wird, wie beim FC Basel.» 2008 traf der FC Basel in der Champions League auf Barcelona. Das Spiel im Joggeli endete 0:5 aus der Sicht der Basler, zu den Torschützen zählten Messi und Xavi.