Medien
Hat Moritz Suter die BaZ für eine Million bekommen?

Moritz Suter hat die «Basler Zeitung» (BaZ) für «etwas mehr als eine Million Franken» übernommen. Haben Tito Tettamanti und Martin Wagner fast 70 Millionen Franken Verlust gemacht mit dem Blatt?

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Moritz Suters Einstieg bei der «Basler Zeitung» wurde von der Branche geschätzt.

Moritz Suters Einstieg bei der «Basler Zeitung» wurde von der Branche geschätzt.

Keystone

«Ein wenig mehr als eine Million musste ich bezahlen. Das weiss man», erklärt Moritz Suter jetzt gegenüber der «NZZ am Sonntag». Diese Summe ist bescheiden gemessen am Wert des Unternehmens mit 1100 Mitarbeitern und auch gemessen an dem, was der Tessinier Tito Tettamanti und der Basler Wirtschaftsanwalt Martin Wagner vor Jahresfrist bezahlt haben. Sie hatten der Eigentümerfamilie Hagemann 70 Millionen Franken auf den Tisch geblättert und damit auch noch Schulden im Umfang von 100 Millionen Franken übernommen.

Suter bestätigt auch, dass er Keditgeber im Rücken hat und diesen gegenüber auch Verpflichtungen eingegangen ist. «Die, die mir den Kredit gegeben haben, wollen, dass wir das Unternehmen schnell sanieren», sagt Suter. Damit wir auch klar, dass Suter nicht der alleinige Herr im Hause ist.

Nur an einer Firma beteiligt?

Denn Suter, so die «NZZ am Sonntag», hat sich mit dem Betrag von etwas mehr als einer Million Franken nur in die BaZ Holding AG eingekauft. Diese wurde im Februar 2010 eingerichtet und war das Vehikel, über welches Tito Tettamanti und Martin Wagner der Familie Hagemann die Basler Zeitung Medien abkauften. Die Firma ist mir einer Million Franken kapitalisiert.

Die Substanz der BaZ liegt aber in einer zweiten, älteren Firma, der «National Zeitung und Basler Nachrichten AG». Hier sind die grossen Millionenbeträge geflossen. Wer dieser Ende 2010 aufgebracht hat, das bleibt weiterhin ein Geheimnis. Ist es vielleicht doch Christoph Blocher mit seiner Robinvest? «NEIN», lässt Blocher der «NZZ am Sonntag» schriftlich antworten - und zwar in Grossbuchstaben. Er sei an keiner der beiden Firmen beteiligt.

Suter schweigt

Suter selbst schweigt. Er hatte beim Kauf des Medienunternehmens angekündigt, er werde nun schnell den Kontakt zu Personen suchen, die im Verwaltungsrat der beiden Gesellschaften Einsitz nehmen könnten. Suter ist immer noch ganz alleine in diesen Gremien. «Verwaltungsräte kosten Geld», meint er jetzt.

Einig sind sich Blocher und Suter in einem: Wir die BaZ-Gruppe nicht schnell saniert, wird sie nicht überleben. Das hat Blocher in einem Interview in der BaZ gesagt, nun sagt es Suter in der «NZZ am Sonntag». Sind die identischen Aussagen bloss Zufall oder doch mehr?