Für dieses Wochenende künden Aktivisten eine Aktion in der Feldbergstrasse an. Gleichzeitig besetzen drei Jugendliche Wohnungen an der Wasserstrasse. Und vor 50 Tagen feierten rund 2000 junge Leute im alten Kinderspital ein riesiges illegales Fest – als Protest gegen die aktuelle Kulturpolitik und Stadtentwicklung von Regierungspräsident Guy Morin.

Diese Ereignisse wecken bei Morin selber Erinnerungen an seine eigene Zeit als politischer Aktivist in den 80er-Jahren: Damals kämpfte er für ähnliche Anliegen wie die heutige Jugend.

1988 hatten es die Jungen härter

In einem Interview mit der Printausgabe der bz stellt er aber fest: «Die Jugendlichen heute klagen auf höherem Niveau.» Gleichzeitig gibt er einen tiefen Einblick in seine eigene Rebellenzeit: Als Medizinstudent versuchte er im Autonomen Jugendzentrum von Basel, Drogentote zu verhindern, als Militärdienstverweigerer sass er im Gefängnis, und auf dem Barfüsserplatz überschüttete er einen aggressiven Cabriolet-Fahrer mit Bier.

Heute denkt er anders als damals. Selber stellt er heute bei einigen Protestierenden ein Feindbild dar. Sein Standpunkt ist klar: «Zwischennutzungen kann ich als Regierungspräsident nicht von oben herab verordnen.» Sie müssten aus Eigeninitiative entstehen. Einige Erleichterungen plant er dennoch.