«Es ist uns wichtig, dass die Fische gesund sind», sagt Zolli-Tierpfleger Daniel Madörin. Leichter gesagt, als getan: Denn 5000 Fische und andere Wassertiere sind es, denen es allen gut gehen muss. Dafür arbeiten täglich vier Tierpfleger und ein Kurator hinter den Kulissen des Basler Vivariums. Zweimal am Tag werden die Fische kontrolliert. Dabei beobachten die Pfleger ihre Schützlinge genau. «Auch Fische kratzen sich, wenn etwas nicht stimmt», so Madörin. Beim geringsten Anzeichen einer Krankheit werden die Tiere von den hauseigenen Tierärzten untersucht. Oberstes Ziel ist es dabei, die Tiere von Anfang an gesund zu halten. Wird ein Fisch neu in den Bestand des Zoos aufgenommen, verbringt er unter Aufsicht einige Zeit in Quarantäne.

Die richtige Nahrung spielt eine grosse Rolle für das Wohlbefinden der Tiere. Dreimal pro Woche werden die Fische gefüttert. Dabei stehen vor allem die Nachhaltigkeit und die Qualität des Futters im Vordergrund. Den Pflegern ist es dabei wichtig, dass jedes Tier sein abgestimmtes Menu erhält. Ebenso werden die Fische an tote Nahrung gewöhnt, da der Zolli keine lebenden Tiere verfüttert. Das klappe eigentlich immer, so Madörin.

Auch die Wasserqualität in den Aquarien ist von grösster Wichtigkeit für die Gesundheit der Tiere. Aus diesem Grund werden einmal im Monat Wasserproben genommen und das Wasser wenn nötig ausgewechselt. «Bei uns werden sehr selten Fische krank», sagt Tierärztin Fabia Wyss. Meistens handle es sich dabei um ältere Tiere. Da es für die Fische im Aquarium keinen Stress, keine Fressfeinde und immer ausreichend Nahrung gibt, werden sie in den Aquarien aussergewöhnlich alt. Tritt trotzdem eine Krankheit auf, setzen die Verantwortlichen die Fische unter Narkose und untersuchen sie hinter den Kulissen.

Salzwasser Marke Eigenbau

Wer glaubt, für die Meerwasseraquarien im Zolli werden die Weltmeere abgepumpt, liegt falsch. Das Salzwasser im Zoo Basel wird nämlich selbst hergestellt. Dazu benötigt es eine spezielle Salzmischung, welche vor Ort mit Wasser gemischt wird. Dieses muss zuerst vollkommen «entsalzt» werden. Rund 7000 Liter Salzwasser werden dabei pro Woche verbraucht. «Das ist wie, wenn pro Woche sieben Prozent der Haushalte in Basel-Stadt Spaghetti kochen würden», sagt Kurator Adrian Baumeyer. So viel Salz würde in der Basler Kanalisation landen. Das sei also nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Ebenso versuche der Zoo Basel, so viel Wasser wie möglich zu rezyklieren, sagt Baumeyer.

Diese Art der Meerwasserherstellung sei oft effizienter als die Entkeimung und Aufbereitung von natürlichem Meerwasser. Auch im geplanten Ozeanium, über das die Basler Bevölkerung im Mai abstimmen wird, soll das synthetisch hergestellte Meerwasser verwendet und durch Filterung laufend aufbereitet werden.

Nachwuchs aus eigener Zucht

Doch nicht nur das Salzwasser im Zoo Basel wird selbst hergestellt. 90 Prozent der Korallen im Zolli stammen aus der eigenen Zucht. Nur wenige Arten kommen direkt aus dem Meer. Manche von ihnen sind sogar mehrere Jahrzehnte alt.
Auch bei den Fischen wird hinter den Kulissen für Nachwuchs gesorgt. Rund drei Viertel der Süsswasserfische und auch viele Meeresfische werden im Zoo Basel selbst gezüchtet.