Am Samstag wird Guy Lachappelle wohl als neuer Verwaltungsratspräsident der Raiffeisen gewählt. Die Basler Kantonalbank (BKB) macht sich derweil auf die Suche nach einem Nachfolger für Lachappelle als Chef der Bank. Die Bank hat eine Headhunter-Firma mit dem Mandat betraut.

Das Jobprofil für Lachappelles Nachfolger ist umfassend. So muss der künftige CEO zum Beispiel eine ausgewiesene Führungserfahrung in ähnlicher Funktion haben, wie es im Stelleninserat heisst. Gleichzeitig muss ein Nachfolger auch in der Nordwestschweiz verankert sein. Das ist neu: Bei der letzten Chef-Suche der BKB 2012 stand davon nichts im Anforderungsprofil. Gewählt wurde mit Guy Lachappelle trotzdem jemand aus der Region.

Der Umstand, dass die Verankerung in der Region nicht Teil des Stellenprofils war, irritierte damals. Wichtig ist der Bank offenbar auch, dass der neue CEO Deutsch spricht, dies wird explizit als Kriterium erwähnt. Jede weitere Sprache sei aber von Vorteil, heisst es weiter. In der angelsächsisch geprägten Bankenwelt ist Englisch ein Muss.

Headhunter soll jetzt helfen

Interessant ist auch, dass die BKB nach einem Change-Manager sucht. Einer Person also, die eine Neuausrichtung umsetzt. Dies sei beziehe sich auf die digitale Transformation, welche das Fundament für die Strategie 2018 bis 2021 der BKB darstelle, sagt ein BKB-Sprecher auf Anfrage.

Gewechselt hat seit der letzten Suche die Headhunterfirma. Letztes Mal lagerte die BKB das Mandat an den Headhunter Guido Schilling aus. Mit der Wahl der Firma Boyden verhindert die BKB nun eventuelle Interessenskonflikte. Schilling brachte Lachappelle nicht nur bei der BKB unter, sondern platzierte ihn auch bei der Raiffeisen als designierten Verwaltungsratspräsident.

Boydens Manager unter Kritik

Boyden mit Sitz in Zürich ist kein unbeschriebenes Blatt. Der Schweizer Ableger einer international tätigen Firma hat etliche hochrangige Managementposten in der Schweiz besetzen können.

In jüngster Vergangenheit gerieten allerdings drei von Boyden ausgesuchte Top-Manager in die Kritik. Allen voran die ehemalige Post-Chefin Susanne Ruoff. Im Zuge der Postauto-Affäre musste Ruoff allerdings erst vor kurzem ihren Posten als Konzernchefin räumen. Ähnliches ereilte einer andere Boyden-Topbesetzung. Jeannine Pilloud wurde auf Vorschlag der Firma in die Konzernleitung der SBB gewählt. Auf Ende letzten Jahres verliess Pilloud diesen Posten. Angeblich im Streit mit Konzernchef Andreas Meyer.

Einen weiteren Auftrag hatte Boyden bei der Besetzung des neuen Migros-Chefs. Fabrice Zumbrunnen, der daraufhin zum neuen Chef gewählt wurde, steht momentan in der Kritik. Er versucht, die Migros für die Zukunft fit zumachen. Dies mit harten Einschnitten beim Personal.