Regierungsratswahlen

Heidi Mück: Die Kandidatin, die übrig blieb

Basta-Co-Präsidentin Heidi Mück wurde von ihrer Partei und den Grünen für den Regierugsrat nominiert. (Archiv)

Basta-Co-Präsidentin Heidi Mück wurde von ihrer Partei und den Grünen für den Regierugsrat nominiert. (Archiv)

Die Linken wurden am Dienstag von den Ereignissen überrumpelt. Am Ende war Heidi Mück die einzige Variante.

Es müssen nervenaufreibende Diskussionen gewesen sein, welche die drei linken Parteien bis in den späten Dienstagabend und im Fall der SP auch noch am Mittwochmorgen, wenige Stunden vor Anmeldeschluss für den zweiten Wahlgang geführt haben.

Vorangegangen war ein Wahlsonntag, der Freund und Feind überrascht hatte. Mit dem schlechten Resultat der grünen Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann hatten weder Freund noch Feind gerechnet. Nach dem ersten Schock war aber klar: Man wollte mit Ackermann und dem SP-Mann Kaspar Sutter, der zwar gut abgeschnitten, aber ebenfalls das absolute Mehr verpasst hatte, im zweiten Wahlgang die rot-grüne Regierungsmehrheit sichern.

Zwei Überraschungen an einem Tag

Das war der Stand bis Dienstagmorgen. Dann telefonierte Ackermann mit dem Grünen-Präsidenten Harald Friedl und teilte ihm ihren Rückzug mit. «Ich war sehr überrascht von diesem Entscheid», sagt Friedl. Er hatte Ackermann seit Sonntag mehrfach den Rückhalt der Partei zugesichert. «Diese Kurzfristigkeit brachte uns ins Rotieren.» Denn nun musste innert 24 Stunden ein Plan B gefunden werden. Mittwoch Mittag endete die Anmeldefrist für den zweiten Wahlgang.

Die Basta – die Bündnispartnerin der Grünen – hatte da schon vorgesorgt. Die Partei hatte sich am Montagabend zu einer ausserordentlichen Versammlung getroffen und diskutiert, ob man eine Kandidatin anbieten würde, falls sich Ackermann zurückziehen sollte. Bereits ihre Bereitschaft signalisiert hatten Co-Präsidentin Heidi Mück und Nationalrätin Sibel Arslan.

Die Wahl fiel auf Mück, was den Grünen ebenfalls am Dienstagmorgen mitgeteilt wurde. Am Dienstagabend machte Mück ihre Bereitschaft öffentlich via «Regionaljournal» von Radio SRF und setzte damit die Partner unter Zugzwang. «Ich war überrascht, dass sie ihre Bereitschaft für eine Kandidatur öffentlich bekanntgegeben hat», sagt Friedl.

Grüne vom Vorgehen der Basta überrumpelt

Die Grünen mussten also entscheiden, ob sie die Kandidatur von Mück unterstützen oder ihre Partner brüskieren und selber noch einen Ersatz aus dem Boden stampfen wollten. Dabei zeigte sich die dünne Personaldecke der Partei. Von der SP kam der Wunsch, dass eine Frau nominiert werden sollte.

Mit zwei Männern gegen die Grünliberale Esther Keller und die LDP-Kandidatin Stephanie Eymann anzutreten, wäre kein guter Schachzug gewesen. Eine Variante wäre die frühere Grossrätin und Juristin Nora Bertschi gewesen. Diese hat aber abgewinkt, auch weil sie vier kleine Kinder hat und aktuell im Mutterschaftsurlaub ist.

Dass die Grünen vom Vorgehen ihrer Partnerpartei überrumpelt waren, zeigt auch ein Interview, welches «PrimeNews» im Anschluss mit der früheren Nationalrätin Anita Lachenmeier geführt hat. Diese sprach sich für Arslan als Kandidatin aus, die Entscheidung müsse man aber «leider Basta überlassen». Weil sich Grüne und Basta erst am späten Abend einig wurden, musste die SP ihren Entscheid gar auf eine Sondersitzung am Montagmorgen vertagen.

Keine Kehrtwende 

Die Basta steht nun vor der Ausgangslage, dass sie noch im Frühjahr erklärt haben, nicht antreten zu wollen, weil ihre Idee eine Co-Kandidatur auch bei SP und Grünen auf Ablehnung gestossen ist. «Die aktuelle Konstellation bei den Regierungsratswahlen lässt keinen Platz für diese Art der Politik, denn der Machterhalt steht allseits im Vordergrund», kritisierte die Linksaussen-Partei damals. Man werde keine Kehrtwende machen, nur um die Liste mit der SP aufrechtzuerhalten, so Mück weiter.

Die 56-Jährige hat bereits vor vier Jahren kandidiert und kam damals Justiz- und Sicherheitsdirektor Baschi Dürr (FDP) überraschend nahe, auch wenn ihr letztlich rund 1800 Stimmen fehlten. Die Frage wird nun sein, wie viel Mück in einem Monat erreichen kann.

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